Lady Victoria Gardella Grantworth hat sich schon sehr lange auf diesen Tag gefreut, an dem sie endlich in die Londoner Gesellschaft eingeführt werden soll – und kann es einen besseren Ort geben, einen standesgemäßen Mann kennen zu lernen, als einen Ballsaal? Dass sie an eben diesen Tag auch ihrem ersten Vampir einen Pflock ins schwarze Herz rammt, hat etwas mit ihrem Familienerbe zu tun. Denn Victoria ist eine Venatorin, es ist ihre Bestimmung, die Untoten zu jagen. Doch das Hin und Her zwischen Ballsälen und rauschenden Festen einerseits, und den düsteren, nur vom Mondlicht beleuchteten nächtlichen Straßen Londons andererseits ist alles ander als einfach. Und Victoria muss sich fragen, ob sich ihre Bestimmung zur Vampirjägerin tatsächlich mit all ihren gesellschaftlichen Verpflichtungen vereinbaren lässt – und mit ihrer Liebe zu Philip, dem jungen Marquis.. (Quelle Innenseite)
Inhalt:
Erzählt wird die Geschichte der Lady Victoria Gardella Grantworth, die feststellt, dass es außer den perfekten Mann auf Partys kennenzulernen, auch noch das “Familienerbe” nämlich Vampire jagen gibt. Mehr oder weniger aus Spaß an der Freud nimmt sie dieses an. Und da da fängt das Unheil an.
Meine Meinung:
Auf der einen Seite ist es ein frischer Wind in den Fluten von Vampirromane, aber er lässt nach. Teilweise werden typische Klischees bedient – das jungfräuliche Mädel, welches sich einem Mann versprochen hat, aber mit einem anderen heftig flirtet, mehr oder weniger freiwillig, die Gesellschaft, die von der Bedrohung nichts weiß ua.
Und doch ist es interessant zu verfolgen, wie Victoria ihr Leben sortiert. Noch ist sie jung und unbelehrbar in ihren Ansichten, denn sie hat auf einer Party DEN Mann ihres Lebens kennengelernt, ihm verschweigt sie natürlich ihre Berufung. Und es kommt, wie es kommen muß. London wird zum Vampirmekka und dem Gegner gelingt zum Schluß einen riesen Coup, um Victoria´s Ehrgeiz zu bremsen.
Victorias Charakter ist vielschichtig genug angelegt, um interessant zu sein. Auf der einen Seite ihre Naivität und Unbeschwertheit, auf der anderen Seite ihren Ehrgeiz, alles unter einem Hut zu bekommen. So schafft sie es ihr neues Aufgabengebiet und ihre gesellschaftlichen Pflichten zu erfüllen. Nur von einem “Makel” will sich nicht abrücken, ihre Liebe zum Marquis.
Weitere Charaktere sind ihre Großmutter, ihre Mutter (die das Erbe damals abgelehnt hat und sich nicht mehr daran erinnert), Max (ein weiterer Venator), sowie der reizende Marquis und noch einige interessante andere.
Der Schreibstil ist fließend, die Charaktere liebevoll gezeichnet, sogar Humor besitzen sie. Sozusagen ist eine eigene kompakte Welt um Victoria und das alte London entstanden . Die gesellschaftlichen Konventionen werden genau wiedergespiegelt und doch vermißt man einiges. Irgendwo fehlt mir das gewisse Etwas. Das schöne Cover verspricht etwas, was das Buch leider nicht halten kann. Mir ist das Ganze zB. zu “weichgespült”. Victoria ist mir nicht tough genug, doch vllt. wird das ja noch in den Nachfolgebänden.
Mein Fazit: Teilweise meint man Buffy ist im 19 Jhd. angekommen.
Es ist nett zu lesen, doch eingefleischte Vampirfans werden enttäuscht.
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