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Das morgendliche Schauspiel

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Zur Zeit spielt die Bahn mal wieder Katz und Maus mit ihren Kunden oder besser mit uns am Gleis 6 gegen 6:36 Uhr des Wanner Eickelers HBFs. Nein, der RE kommt pünktlich, da kann ich mich seitdem die neuen Züge eingesetzt werden überhaupt nicht beschweren. Wirklich vorbildlich für manch andere Strecken. Die Bahn hat sich ein neues Spiel ausgedacht. Vielleicht vorbereitend auf den alljährlichen nicht mehr sehen-wollenden Domino Day oder Übungen für eine Stadtwette für Wetten Dass? entlang der Fahrroute, wer weiß es genau, wir am Gleis verharrenden Kopfschüttelnden jedenfalls nicht.

Seit einigen Wochen kommt ca. ein- bis zweimal in der Woche ein lächerlicher Kurzzug eingefahren. Der Kurzzug ist eigentlich schon vor Wanne-Eickel voll, ja okay, es steigen auch einige aus. Aber danach wird es schwierig. Ich kann ja von Glück sagen, dass ich nicht erst in Castrop-Rauxel hinzusteige, denn dann stellt sich die Frage “Welche Gepäckablage ist noch frei?”

Dementsprechend ist es ein Domino-Feeling beim Abbremsen des Zuges, alles wackelt rum und die Stadtwette können wir locker gewinnen, denn selbst auf der Toilette standen letztens fünf Leute, jeder Platz ist genutzt, selbst das Atmen geschieht nur noch in Gruppen, so in kleinen La-Ola-Welle von Vorne nach Hinten. Blöd ist natürlich nur, wenn man sich im Pulk befindet und vorher raus muß,  oder eigentlich noch Hausaufgaben machen wollte. *vertanvertan*

Allerdings hat das Ganze ja seine gute Seiten, so werden neue Bekanntschaften geknüpft, egal ob man will oder nicht. Selbst ein zerstrittenes Teeniepäärchen hat wieder nahen körperlichen Kontakt gehabt, so daß die Versöhnung nicht lange ausblieb. Man brauch sich nicht in eine Parfümeriequälen, nein, man kann  seinen Vorder – Neben- bzw. Hintermann diskret nach der verwendeten Marke fragen und staunen. Es wurde aber schwierig für mich, mein morgendliches Leseritual aufzunehmen, der Vordermann wollte einfach nicht ruhig stehen bleiben, als ich mein Buch auf seine Brust legte. Tsss! Da arbeite ich noch dran, könnte sich als schwierig erweisen.

Daher liebe Bahn, bitte setzt eure Kurzzüge für wenig frequentierte Zeiten ein, zB nachts. Es könnte zwar durch den Doppelzug ein Hauch von Romantik, Geborgenheit und Puscheligkeit verloren gehen, doch ehrlich gesagt, möchte ich mich nicht mit gefühlten 400 MitfahrerInnen in einem Zug stellen, einen Kauderwelsch an Geräuschen, Gesprächen, Musikfetzen und vorallem Gerüchen aussetzen.

Nun ja, vllt. sind wir auch in einem Pilotprojekt der Bahn, die so langsam japanische Verhältnisse einführen möchte.

Hier nach könnte da noch was gehen.. wir arbeiten dran und ich stell mich mal nicht mehr so an. Ist doch nett so wie es jetzt ist, oder? :D

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Author: ri

eher zu der Gruppe Enddreißiger gehörend, hat das Herz schon seit langem an das Herzblatt verloren, geht nie ohne Buch und einer Kamera (die vom iphone zählt auch) aus dem Haus, muss mindestens einmal im Jahr ans Meer, liebt Momentaufnahmen und versucht sich an so manchen Hobbys zB. Lesen, Fotografieren, Musik, Stricken und *hüstel* etwas rumsporteln.

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