Am 13.12.1912 kommt in einem kleinen Dorf in Norwegen ein Kind zur Welt, das über und über mit feinem, hellblondem Haar bedeckt ist. Die Mutter stirbt bei der Geburt, und der Vater, Stationsmeister Arctander, ein harter und pflichtbewußter Mann, will zunächst nichts von seiner Tochter wissen.
Eva, die der Leser sofort ins Herz schließt, leidet an einer seltenen Krankheit, einem Gendefekt, durch den ihr ganzer Körper behaart ist. Ein interessanter Fall für die Wissenschaft, doch zunächst ein Problem für Stationsmeister Arctander und eine Handvoll Eingeweihter, die sich um das Baby sorgen. Arctander, in tiefer Trauer um seine geliebte Frau, ekelt und schämt sich, und das Kind wird versteckt. Gleichwohl verbreitet sich die Kunde des seltsamen Mädchens wie ein Lauffeuer im Dorf. Eine Amme wird gefunden, die sich liebevoll kümmert, und auch Apothekerin Birgerson und der Arzt Dr. Levin stehen dem Kind zur Seite. So wächst Eva heran: Abgeschottet von den neugierigen Blicken der Dorfbewohner und ohne Kontakt nach draußen schafft sie sich eine eigene Welt, bis sie, zunächst schüchtern, dann aber mit großer Durchsetzungskraft, der Enge ihres Zimmers immer mehr zu entfliehen beginnt. (Quelle Innenseite)
Inhalt:
Mit Herzlichkeit und Mitgefühl beschreibt Hansen die Welt von Eva. Eva, das kleine Fellknubbel, wurde mit einem Gendefekt zur Welt gebracht, sie ist fast vollständig mit langen blonden Haaren bedeckt. Genau dieser Zustand erklärt sie für die Außenwelt zu etwas Anormalen. Man schließt Eva sofort ins Herz, ist es schließlich doch der Arzt Dr. Levin, der ihr den Namen gibt und ist es das Apothekerpaar Birgerson, die die ersten 10 Tage ihres Lebens mit ihr verbringen und sie umsorgen. Ihr Vater – Stationsmeister Arctander – wird nur in wenigen Situationen wirklich zu ihr stehen.
Das Dorf schafft sich seine eigene Meinung über das Fellmonster durch Gerüchte, denn Eva wird so gut es geht in den häuslichen Wänden gefangen gehalten. So wird sie zwar behütet die ersten Jahre aufwachsen, doch genau ihre Einzigartigkeit ist den Anderen erst Recht ein Greuel. Als Eva in die Schule gehen muß, ist sie einerseits entzückt, endlich mit anderen Kindern zu spielen, doch sie lernt schnell, dass sie immer eine Außenseiterin bleiben wird. So wird Eva zynisch und sarkastisch, kaum zu verdenken. Sie wird auch nicht viele Freunde haben, und selbst von denen hat sie das Gefühl betrogen zu werden. Ihrer ständiger Begleiter ist die Einsamkeit.
Als die Wissenschaft sich für sie interessiert und sie mittlerweile 13 Jahre alt ist, da fahren Sie und ihr Vater zu einem Wissenschaftskongreß – Mittelpunkt wird Eva sein. Dort lernt sie schnell Menschen mit einem anderen Defekt kennen, der ähnlich wie Ihrer ist und zum ersten Mal hört sie von einer reisenden Truppe, die mit ihren “Defekten”/Anderssein Geld verdient, indem sie sich zur Schau stellen. Damals für Eva undenkbar. Und doch fängt das Buch genau mit dieser Situation an.
Meine Meinung:
Hansen versteht es mit der Geschichte der kleinen Eva aufmerksam zu manchen. Man wird auf vieler Weise berührt, mal verlegen, mal verwundert, mal erschrocken, mal traurig, mal frustriert, mal freudig.
Man fiebert mit Eva mit, wie geht es weiter, was passiert ihr noch alles? Doch gleichzeitig fragt man sich selbst, wie hätte man selbst gehandelt? Wie handelt man heute? Was macht einen Menschen zu einem Anormalen bzw. Normalen? Ist es nicht die Ungewißheit, die vorschnell urteilt und ausgrenzt?
Anhand von Eva´s Geschichte wird dies sehr deutlich, selbst ihr Vater hat sich sehr schwer mit Eva getan. Durch die Sprache wird Eva´s Ausgrenzung noch deutlicher, denn das Lesen produziert sofortige Bilder im Kopf und Gefühle, die es lebendig werden lassen.
Fazit: Zeitlose Fabel, sowie wunderschöne Geschichte über Vorurteile und Ausgrenzung. Regt zum Denken an. Lesenswert!
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03/10/2009 at 09:22
Oh, das klingt richtig interessant *auf Wunschliste notier*
Tolle Rezi!