Innerhalb einer einzigen schicksalsschweren Nacht sterben Jack und Laurel, die seit fast vierzig Jahren glücklich verheiratet waren. Schweren Herzens finden sich ihre drei Kinder zusammen, um die Begräbnisfeierlichkeiten zu organisieren. Jeder hat sein eigenes Problem im Gepäck: Matthews Ehe ist ungewollt kinderlos und entsprechend angespannt. Samantha wiederum ist bereits geschieden und musssich als alleinerziehende Mutter durchkämpfen. Und Malcolm ist um seiner Jugenliebe willen mit dem Gesetz in Konflikt geraten und bereits vor Jahren in Brasilien untergetaucht.
Im Keller ihres Elternhauses stoßen die drei unvermutet auf einen Schatz: kistenweise Briefe des Vaters an die Mutter, die er ihr jahrzehntelang jeden Mittwoch geschrieben hat. Sie bieten wunderbar romantische Liebeserklärungen an Laurel und zugleich eine rührende Geschichte der Familie. Die Lektüre ist zunächst enorm tröstlich. Doch dann taucht ein Brief auf, der die Familie in ihren Grundfesten erschüütert und Malcolm in den Abgrund zu stoßen droht.
Meine Meinung:
Jeden Mittwoch erhielt Laurel von ihrem Mann Jack einen Brief, manchmal auch noch einen zwischendurch. Erinnerungen und Liebeserklärungen wurden besprochen, so aber auch ein dunkles Kapitel. Das Hauptthema des Buches ist die Kunst des Verzeihens und auch die Kraft aufzubrigen, um verzeihen zu können. Doch bis es soweit ist, passiert zwar einiges, was man auch vorhersagen kann.
Matthew, der Älteste, der erfolgreich an der Wall Street arbeitet, benimmt sich auch so, besonders seinen Bruder Malcolm gegenüber. Samantha liebt nichts mehr als die Schauspielerei, arbeitet allerdings bei hiesigen Polizei, von ihrer Tochter bekommt man nicht viel mit. Und Malcolm, sozusagen das schwarze Schaf, muß damit klarkommen, dass die Frau, die er aufrichtig liebt, jemand anders heiraten will, genau denjenigen, der ihn in den Knast bringen will, wg. Tätlichkeiten. Die drei müssen sich erstmal zusammenraufen, dabei hilft u.a. der Fund der Briefe und die Entdeckung des “dunklen” Geheimnisses.
Die Grundidee dieses Buches finde ich toll, doch die Umsetzung hat mich etwas enttäuscht, die Briefe sind zwar in den Kartons sortiert nach Jahren, doch irgendwie liest man doch quer durch die Jahrzehnte. Das “dunkle” Geheimnis kann man sich sehr schnell selber zusammen reimen. Die Reaktionen der Geschwister und deren “Freunde” sind auch vorauszusehen. Man bleibt in der jeweiligen Schiene, da kommt leider nichts überraschendes. Der Schluß ist übrigens auch vorraussehbar. Und somit etwas kitschig geraten.
Ich empfinde das Buch etwas oberflächlich und kitschig. Hätte etwas mehr Tiefe erwartet und etwas mehr außer Gottvertrauen.
Das einzige was mich bewegt hat, war der Gedanke des Verzeihens. Das man Verzeihen kann, wenn man den auch will. Und das es um das eigene Seelenleben sinnvoll wäre, egal wie schwer es fällt. Das man daran arbeiten könnte/sollte.
Fazit: Etwas lau, etwas kitschig, etwas fürs Herz, aber leider nichts überwältigendes.
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21/10/2009 at 22:01
Tolles Fazit! Sehe ich (leider) auch so.