Manchmal ist es ein echtes Kreuz, in einer Familie zu leben, die jede Menge Geheimnisse hat. Der Überzeugung ist zumindest die 16-jährige Gwendolyn. Bis sie sich eines Tages aus heiterem Himmel im London um die letzte Jahrhundertwende wiederfindet. Und ihr klar wird, dass ausgerechnet sie das allergrößte Geheimnis ihrer Familie ist. Was ihr dagegen nicht klar ist: Dass man sich zwischen den Zeiten möglichst nicht verlieben sollte. Denn das macht die Sache recht kompliziert!
Meine Meinung:
Eigentlich sollte Charlotte, Gwen´s Cousine, das Zeitreise-Gen geerbt haben. Hat sie doch ihr ganzes 16 jähriges Leben mit Unterricht in Fechten, Benehmen und Geschichte des letzten Jahrhunderts verbracht. Die ganze Familie wartet darauf, dass ihr schwindlig wird. Ein Anfangszeichen der Zeitreise. Daher ist der Schock nicht nur bei Gwen, sondern auch beim Rest der Familie gr0ß, als sich herausstellt, dass sie die Erbin des Gens ist, denn sie war für kurze Zeit im letzten Jahrhundert. Gwen erfährt zu ersten Mal von einem Geheimbund “Wächter”und dass sie der Rubin ist. Charlottes Aufgaben muß sie auf sich nehmen, nämlich zusammen mit dem arroganten Gideon, der auch ein Zeitreisender ist, die Blutlinie der anderen Juwelen-Darsteller zu vervollständigen. Doch mit dem Schnösel Gideon an der Seite, wird Gwen noch verwirrter.
Der erste Teil dieser Trilogie macht Lust auf mehr. Durch Einstreuen von jetzt bekannten Musiktitteln bzw. Begriffen, bekommt die Handlung noch mehr Realität. Gwen´s Sicht der Dinge, ihre Angst, ihre Zweifel, ihre Verwirrung ist zum Greifen nah beschrieben. Eine große Hilfe für Gwen ist ihre beste Freundin Leslie, zusammen kommen sie auf tolle Ideen, so typisch jugendlich halt. Man schließt beide sofort ins Herz und entwickelt auch zum Rest der geheimnisvollen Familie sofortige Anti- bzw. Sympathien, denn fast jeder ist ein weiterer Geheimnisträger, manche werden gelüftet, doch manche bleiben erst noch unter Verschluß.
Besonders gefiel mir, das Augenmerk auf das Wort “Vertrauen”. Gwen wird in eine Situation katapultiert, in der sie noch nicht mal ihrer Mutter so recht vertrauen kann, denn auch sie verschweigt ihr was. Für ein Teenager natürlich total unverständlich, bräuchte sie doch jetzt genau Hilfe. Und Gideon, der Schnösel, geht ihr auch nicht mehr aus dem Kopf, dabei ist er doch so herablassend zu ihr.
Kerstin Gier schaffte es eine interessante Handlung in amüsanten, aber einfachen Sprachgewand zu kleiden und auf die alltägliche Problematik , als auch speziell auf Gwens Problematik genau in einem gesunden Maß einzugehen. Die Handlung ist aus Gwens Sicht geschrieben, bis auf Pro- und Epilog, diese enthalten wieder ein kleines Geheimnis
, was natürlich ihre Empfindungen noch verstärkt.
Auch der Aufmachung des Buches wurde Aufmerksamkeit geschenkt, denn das Cover ist mit einem Scheerenschnittcover und den schönen Motiven sehr gelungen. Rosa ist zwar nicht meine Farbe, aber es unterstreicht zum einen den Jugendbuchcharakter und zum anderen kommt das Rubinrot des Titels besser zur Geltung. Sieht sehr hübsch aus im Regal. Ebenso sind die Seitenzahlen farblich abgesetzt und vor jedem Kapitel gibt es verständliches Zusatzmaterial, sei es ein passender Auszug aus den Annalen der Wächter, ein Gedicht oder Erklärungen. Alles in allem informativ und hübsch anzusehen.
Wie geschrieben, ich freu mich auf Band 2 “Saphirblau”, der Januar 2010 erscheinen soll. Schließlich möchte man wissen, ob man mit seinen Vermutungen richtig liegt und natürlich wie es weiter geht.
Fazit:
Der erste Teil einer interessanten Zeitreise-Trilogie, bei dem es besonders um Vertrauen, Freundschaft, Mut und Familiengeheimnisse geht. Lesenswert!
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