»Worin besteht Ihre Arbeit bei den Bad Monkeys?«, fragte der Arzt. »Böse Menschen bestrafen?«
»Nein. Normalerweise töten wir sie einfach.«
Las Vegas. Hochsicherheitsgefängnis. Psychiatrische Abteilung. Eine Mörderin legt ein Geständnis ab. Angeblich gehört sie einer mächtigen Geheimorganisation an, deren Ziel es ist, das Böse zu bekämpfen. Mittels geheimnisvoller NT-Knarren, die Herz- oder Schlaganfälle verursachen können, habe sie die Welt von Entführern, Pädophilen und Koff erbombern befreit. Eine schier unglaubliche Geschichte erzählt sie dem Gefängnispsychiater. Jedoch lässt sich einiges von Jane Charlottes Aussagen tatsächlich belegen. Aber was stimmt und was nicht? Ist sie völlig verrückt, lügt sie – oder geht da in Wirklichkeit etwas ganz anderes vor sich?
Meine Meinung:
Jane Charlotte sitzt in einem weißen Raum und erzählt dem Psychiater eine irre Geschichte. Dieser weiße Raum liegt im psychatrischen Teil des Hochsicherheitsgefängnisses in LA. Sie hat einen Menschen umgebracht, Ihr Fehler, denn er war kein ausgewiesenes Ziel der “Bad Monkeys”, eine Unterorganisation einer geheimen Organisation, die das Böse bekämpfen. Die Story, die Jane von sich gibt, ist so irre, dass man als Betrachter irgendwann den Überblick verliert und sich selbst.
Und genau das ist das Geniale an diesem Buch, man weiß nicht mehr wem man was glauben soll und vorallem warum. Jane kann man auch nicht alles glauben, denn auf einmal bietet sie dem Psychiater auf Nachfrage eine Variante der Geschichte an. Allerdings geht mit immer mehr Wendungen und Irrungen auch der Lesespaß etwas verloren. Man stellt sein Gedankenkonzept ein paarmal um und immer trifft es nicht zu. Als Leser muß man sich anstrengen mit den Irrungen mit zu halten.
Jeder Charakter hat seine Schrullen und Macken, das macht sie sympathisch, auch wenn Jane eher “evil” dargestellt wird, schließt man sie doch ins Herz, wurde doch auch mit ihr ein xfaches Spiel gespielt, auch wenn sie mal die Unwahrheit erzählt und alles lieber verschönern will.
Die alles entscheidende Frage ist hier: Was ist warum wie und wann real?
Matt Ruff ist ein Meister was skurrile Gestalten, irre Geschichten und wahnsinnigen Humor. Genau das hat er mit diesen Roman, den man übrigens in keine Schublade stecken kann, bewiesen. Hier würde ich ein Mix aus Krimi, Psychothriller, Fantasy, Gegenwartsliteratur und Science Fiction sehen. Sein Schreibstil unterstreicht mit Witz und Verwirrungen aller Art sein besonderen Status.
Gelesen hab ich die englische, oben abgebildete, Ausgabe im Sommerurlaub dieses Jahr. Die Rezi dauerte so lange, weil das Buch bei mir nachwirkte. Mein erster Eindruck war nämlich sehr negativ, doch bei öfteren Nachbetrachten und Vorbereiten der Rezi, konnte ich dem Buch immer mehr abgewinnen. Übrigens nur vier Sterne, da es mir persönlich zu viele Irrungen waren, etwas weniger hätte es auch getan.
Fazit:
Wer es skurril, abgefahren, “kaputt” und etwas unlogisch mag, der wird Bad Monkeys lieben, aber wer ein logisches Ende erwartet, wird eher enttäuscht das Buch zur Seite legen.
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30/10/2009 at 22:43
Ich wollte das Buch eigentlich schon längst gelesen haben, aber irgendwie kommt doch immer was dazwischen. Dabei mag ich Ruffs Bücher echt gerne… Muss das für nächsten Monat mal fest einplanen.
LG,
Nina