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Die letzte Wahrheit – Kevin Wignall

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Conrad Hirst ist Auftragskiller für einen deutschen Verbrecherboss. Seit seine Freundin vor zehn Jahren bei einem Anschlag ums Leben kam, hat er den Glauben an das Gute im Menschen verloren. Eiskalt erledigt er seine Aufträge, er gilt als einer der Besten im Geschäft. Doch bei seinem letzten Job passiert etwas in ihm, seine Starre und Gefühlskälte bricht auf. Aber er kennt die Spielregeln des Gewerbes. Um ein neues Leben zu beginnen, muß er ganz von neuem anfangen. Vier Personen gibt es, die wissen, wer er ist und was er tut. Vier Personen, die er töten muss. Ein einfacher Plan, aber das Leben ist nie so einfach, wie man denkt. Bald muss er feststellen, dass er nicht der Einzige ist, der tötet. Schrittweise bricht seine Identität in sich zusammen. Bald ist nicht mehr klar, für wen er getötet hat und warum. Und bald stellt sich die Frage: Wer ist Conrad Hirst?

Meine Meinung:

Ein Auftragskiller will aussteigen, doch so einfach geht das in dem Gewerbe nicht. Vor allem, wenn man nicht nur für den gearbeitet hat, der einen beauftragt hat, und man gar nicht weiß, für wen man wirklich gearbeitet hat. So ergeht es Conrad Hirst. Seine seit zehn Jahren aufgebaute eiskalte und berechnende Identität bricht in sich zusammen wie ein Kartenhaus, so dass er selbst gar nicht weiß, was er glauben soll und nicht. Ein Katz-und-Maus-Spiel beginnt.

Kevin Wignall ist ein intelligenter und klarer Thriller gelungen. So reduziert das Cover ist, so reduziert ist auch der Thriller, allerdings inhaltreich und spannend. Mich hat er jedenfalls mit den minimalistischen Stil mitgerissen. In eingearbeiteten Rückblenden und in Briefen an seine damalige Freundin Anneke, die bei einem Anschlag vor zehn Jahren umkam, erwirbt man  ein weiteres Bild von Conrad, einfühlsam, einsam, verletzlich, lenkbar und innerlich gestorben. Er erklärt in diesen Sequenzen, wie er zum Auftragskiller wurde. Doch warum er aussteigen will, bleibt ein Geheimnis, erst im Epilog wird die Lösung geboten. Genau diesen Epilog erwartet man nicht unbedingt, aber man vermutet etwas ähnliches dahinter.

Das größte Problem dieses Thrillers ist leider Conrad selbst. Er wird im Jetzt als kompletter Eisberg dargestellt, der keine Schwächen kennt, okay, er ist Auftragskiller. Aber doch lässt er seine Waffe etwas zuviel und zu unkontrolliert für ihn sprechen. Da wäre auch zwei drei Morde weniger besser gewesen. So empfindet man Conrad nur als extremen Menschen, entweder extrem labil oder extrem mordend. Vielleicht will der Autor hier auch nur den krassen Gegensatz darstellen, ich weiß das nicht.

Ansonsten hat mir der Thriller gut gefallen, er hat mich spannend unterhalten und ich hab es nicht bereut ihn spontan mitgenommen zu haben.Was mich mehr angesprochen hat, als diese Award-auszeichnungskleber und die Pressestimmen von anderen Schriftstellern, war eigentlich das klare Cover. Nun ja, manchmal lohnt es sich und manchmal ist nichts wie es scheint.

Fazit:

Ein nahezu puristischer Thriller, der mit einem interessanten Epilog das Puzzlestück der Lösung bietet. Allerdings täte ein bißchen charakterliche Wärme Conrad gut.

Heyne Verlag / 08.02.2010 / 304 Seiten / ISBN 978-3453434585 / Originaltitel Who is Conrad Hirst?
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Author: ri

eher zu der Gruppe Enddreißiger gehörend, hat das Herz schon seit langem an das Herzblatt verloren, geht nie ohne Buch und einer Kamera (die vom iphone zählt auch) aus dem Haus, muss mindestens einmal im Jahr ans Meer, liebt Momentaufnahmen und versucht sich an so manchen Hobbys zB. Lesen, Fotografieren, Musik, Stricken und *hüstel* etwas rumsporteln.

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