“Ich werde Sie oder Ihresgleichen niemals heiraten. Ich bin die Tochter eines Gentlemans und werde einen Gentleman heiraten. Nicht irgendeinen … dahergelaufenen Studenten.”
Als Hanna Cheshire den Heiratsantrag ihres Hauslehrers Thomas Behr ablehnt, ahnt sie nciht, dass sie damit ihr Schicksal für immer besiegelt. Von einem Moment auf den anderen verwandelt sich ihr wohlbehütetes Leben in einen Albtraum. Und ihr wird klar, dass ihre Vergangenheit auf einer einzigen großen Lüge beruhte…
Meine Meinung:
London, 1814
Hannahs Vater stürzt eines Abends ins Haus, packt ein paar Sachen und verschwindet wieder, auf Geschäftsreise. Doch einiges spricht dagegen. Hannah, wohlbehütet aufgewachsen, 14 Jahre alt, merkt allerdings erst etwas später das irgendwas nicht richtig ist. Leider ist es da schon zu spät.
Es ist nicht alles Gold was glänzt, dieses Sprichwort muß Hannah am eigenen Leib erfahren, doch bis dahin ist es ein langer Weg für Sie. Genauso wie für Scatterheart, das flatterhafte Mädchen, aus dem Märchen, welches ihr Hauslehrer öfter erzählte. Jeweils ein Fitzel Märchen gibt es vor jedem Kapitel, wie passend doch das Märchen ist.
Zum einen wird hier das wohlbehütete Bild des 19ten Jahrhunderts gezeigt, zum anderen aber auch das der Armut und des Verrats wg. des eigenen Lebens.
Hannah wirkt die erste Zeit sehr naiv, eingebildet und herablassend, doch mit der Zeit erkennt sie, dass das eigentliche Leben bescheidener und voller Gefahren ist. Diese werden in einer sehr verständlichen Sprache und teilweise deftigen Szenen dem Leser näher gebracht. Eine interessante Beleuchtung der Epoche, besonders aus der jugendlichen Sicht und aus der Sicht beider Schichten (reich und arm). Besonders aber aus der Sicht einer jugendlichen Frau, die erfahren muß, wie leicht man für etwas verurteilt wird, was man gar nicht begangen hat.Allein der Umgang ist ziemlich ruppig und entwürdigend, das muß Hannah leider auch erfahren.
Lili Wilkinson schafft es einen ans Buch zu fesseln, man möchte unbedingt wissen, ob es Hannah gut geht oder auch besonders ob sie ihr Herz wieder findet. Plastische Schilderungen mögen manchmal etwas hart ausfallen, doch unterstreicht die Härte nur noch das entwürdigende Fristen als Frau/Vieh an Bord. Durch die genauen Beschreibungen der Autorin hat man auch das Umfeld genau vor Augen, sei es in London, an Bord oder in Australien selbst. Ein kleiner Roadmovie läuft beim Lesen ab.
Fazit:
Ein interessanter Einblick in das England des 19. Jahrhunderts aus der Sicht einer Jugendlichen.




(5/5)

29/03/2010 at 20:42
Ah, da ist ja die Rezi
Und die ist Dir wirklich wunderbar gelungen !!!
viele Grüsse, Kerstin
30/03/2010 at 16:07
Herzlich Willkommen hier
Danke!
Boah, die Rezi hat mich irgendwie überfordert, nachdem ich den 8ten Entwurf verworfen hab, hab ich einfach drauf losgeschrieben und *tadaa* es fluppte.