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{Rezension} Copy Man – Markus Henrik

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Rache kann so schön sein!

Ausgebeutet, ausgenutzt, verarscht: Millionen ehemaliger und aktueller Praktikanten würden ihren Arbeitgeber gerne zur Hölle schicken. Hier kommt ein witzig-absurder Roman, der ihren Traum wahr macht.
Endlich Schluss mit deprimierenden Praktika, freut sich Anton auf seinen ersten richtigen Job bei einem Marktforschungsinstitut. Leider hat sein zukünftiger Arbeitgeber ihm noch eine unbezahlte Probezeit vor die Nase gesetzt – und zwei direkte Konkurrenten. Neben Thorsten ausgerechnet jene Sophia, mit der er auf der letzten WG-Party einen tollen Abend verbracht hat – bis zum völlig verunglückten One-Night-Stand. Über mehrere Wochen quält sich Anton durch die absurdesten Projekte, um dann doch die Kündigung zu kriegen. Als er eher zufällig erfährt, dass es Thorsten und Sophia ebenso ging, steht sein Entschluss fest: Rache ist süß! Gemeinsam mit Thorsten, Sophia und anderen Gleichgesinnten entwickelt er einen perfiden Plan, um seiner letzten Firma ein für allemal klarzumachen, dass auch die Würde des Praktikanten unantastbar ist.

Meine Meinung:

Ausbeutung par excellence.

Drei Praktikanten kämpfen um eine Arbeitsstelle. Alle drei haben was auf den Kasten und doch bekommt keiner von Ihnen diese Stelle. Was ist hier verkehrt gelaufen? Eigentlich aus Sicht der Praktikanten alles, aus  Sicht der Firma nichts. Da Praktikanten kein geregelten Lohn für ihre Tätigkeit bekommen, ist es eine günstige Alternative zur Festanstellung. Also Ausnutzen! Doch nicht mit Anton, Sarah und Thorsten, denn die schlagen clever zurück, sind sie nicht die Ersten die von der FigView AG auf´s Kreuz gelegt wurden. Schnell organisiert man sich und wird tätig.

Mit viel Humor, Ideenreichtum und Sarkasmus erzählt Markus Henrik von den Problemen eines Ex-/Praktikanten. Mit der Marketingfirma FigView AG und deren denglischplappernden Herrn Reilbach hat man schon einen Gegner gefunden, der nicht mit einfachen Waffen zu schlagen ist. Bei der Firma FigView werden fast sämtliche Klischées zusammengezimmert, von Ausbeutung bis zu Sexorgien des Vorstands. Ähnlich klischéebehaftet wie das Studentenleben von Anton und seinen WG-Genossen, dauernd Party und saufen. Und genau da drückt bei mir der Leseschuh, dieser oberflächlicher Einheitsbrei vom ewig partygeilen Studenten ist mE etwas zu viel. Mein erster Eindruck von Anton war eher negativ als positiv. Er sticht mit nichts großartig raus aus der Masse, eigentlich ist er der geborene Looser, der anstatt zu lernen eher die Zeit auf Youtube vertrödelt und dann von seinem WG-Genossen zu Parties mitgeschliffen wird, obwohl er gar keine Lust hat und auch keinen kennt. Genauso wird zeitgemäß bei der FigView-Firma auch zahlreiche Klischées gesammelt und zur Schau gestellt.

Nun ja, es tat der Story an sich keinen Abbruch, da sie genau davon lebt. Vielleicht ist das auch nur der besondere Sarkasmus, der genau diese Klischées anprangert.

Aber ich hab mich prima unterhalten lassen von den dreien. Denn das Buch liest sich zügig und flockig und lädt doch öfters zum Schmunzeln ein. Alles in allem ein tolles Debüt.

Fazit:

Liest sich flüssig, leider auch zu schnell, aber dafür um so heiterer.

(4/5)

Eichborn Verlag / 26.01.2010 / 207 Seiten / ISBN 978-3821860848 / 12,95 € / Gegenwartsliteratur
An dieser Stelle auch einen herzlichen Dank an den für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.
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Author: ri

eher zu der Gruppe Enddreißiger gehörend, hat das Herz schon seit langem an das Herzblatt verloren, geht nie ohne Buch und einer Kamera (die vom iphone zählt auch) aus dem Haus, muss mindestens einmal im Jahr ans Meer, liebt Momentaufnahmen und versucht sich an so manchen Hobbys zB. Lesen, Fotografieren, Musik, Stricken und *hüstel* etwas rumsporteln.

2 Comments

  1. In seinem Roman “Copy Man” beschreibt Markus Henrik am Beispiel der FigView AG welche Erfahrungen qualifizierte Berufsanfänger mit unbezahlten und unbefriedigenden Arbeitsverhältnissen machen müssen, bevor sie eine Festanstellung finden. Der Autor hat skurrile Charaktere geschaffen, die einer Satire entsprungen sein könnten und so ein ernsthaftes Thema gekonnt in einen witzigen und humorvoll geschriebenen Roman verpackt. Der Leser wird bestens unterhalten und erhält dabei Einblicke in Praktiken, wie sie bei vielen deutschen Unternehmen an der Tagesordnung sind.

  2. Und nun? Eine Rezension als Kommentar? Eine brilliante Idee. Schade nur, dass Du nicht auf eine bestehende Rezension und anscheinend anderer Meinung eingehst, sondern nur einen Teil deiner Rezension angibst. Nun ja. Das nächste Mal bitte etwas persönlicher.

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