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{Rezension} Das Leben kleben – Marina Lewycka

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lebenkleben  Georgie Sinclair hat gerade ihren Mann vor die Tür gesetzt, ihr Sohn entwickelt eine beunruhigende Vorliebe für Weltuntergangs-Websites, und ihren Job bei einem Klebstoff-Fachmagazin findet sie auch nur bedingt faszinierend. Da trifft sie eines Tages Mrs. Shapiro, die allein in einem halb verfallenen Haus lebt. Die verschrobene alte Dame ist Jüdin und kurz vor dem Zweiten Weltkrieg nach London geflohen. Allmählich erfährt Georgie mehr über ihre bewegende Lebensgeschichte. Als Mrs. Shapiro ins Krankenhaus muss, bittet sie Georgie sich um das baufällige Haus zu kümmern. Gleich mit ihrer ersten Tat setzt sich Georgie gehörig in die Nesseln: Der Handwerker, den sie mit Reparaturen beauftragt, ist keineswegs Pakistani, wie sie dachte, sondern Palästinenser. Eine potenziell heikle Konstellation. Zusätzliche Komplikationen ergeben sich durch zwei geldgierige Immobilienmakler, eine arglistige Sozialarbeiterin und Georgies Ehemann ….

Meine Meinung:

Georgie hat die Nase voll und setzt ihren Mann, der sich nur um seine Arbeit kümmert und für jegliches Familiäres keinen Sinn hat, vor die Tür. Ein harter Schritt, doch sie versucht stark zu sein. Als das ihm gestellte Ultimatum seine Klamotten abzuholen verstrichen ist, bestellt sie kurzerhand einen Container, doch der wird schnell von Mrs. Shapiro geplündert. Später treffen die beiden sich im Supermarkt wieder und freunden sich langsam an….

Mrs. Shapiro ist wirklich eine ulkige alte Dame, sie wirkt zwar elegant und gebildet, doch beim zweiten Blick sieht man verschlissene fleckige Kleider. Ihr Haus ist eine halbe Ruine, doch das stört sie nicht. Als sie ins Krankenhaus muss, ist ihre einzige Sorge ihr geliebter Kater Wonder Boy. Als Georgie ihn füttern kommt, ist das Chaos schlimmer als geahnt. Mrs. Shapiro hat so ihre berühmten Macken und Zicken, so wie man es halt auch von älteren Herrschaften gewohnt ist, doch sie trägt auch noch ein Geheimnis mit sich, was sich langsam entlocken lässt.

Georgie dagegen wirkt wie eine 08/15 Hausfrau, blass, farblos, unmotiviert und ohne großen Tatendrang. Erst mit dem Rausschmiss ihres Mannes geht es aufwärts und sie fängt zu Leben an, allerdings wird sie auch von Mrs. Shapiro etwas dazu gedrängt. Sie fängt an Gefallen daran zu finden und sagt auch zu einer Affäre nicht nein.

Unterschiedlicher könnten die beiden Hauptcharaktere nicht sein. Und doch harmonisieren sie wunderbar. Es macht Spaß die Beiden bei ihrer Entwicklung weiter zu beobachten. So hat man auch seinen Spaß an den weiteren Charakteren: der palästinensische Handwerker, die Sozialarbeiterin, die Immobilienhaie, Georgies Familie und natürlich noch Mrs. Shapiros Geheimnis.

Aufgegriffen werden hier viele Themen, sei es zum einen die Seniorenbetreuung, sei es zum anderen auch Vergebung (Juden-Pälästinser) und Bereitschaft auch mal was neues anzufangen. Eine interessante und brisante Mischung, aber geschickt gelöst.

Das Buch lässt sich leicht und fließend lesen, an manchen Stellen fand ich es sehr amüsant, an anderen etwas langatmig.  Wenn man es genau nimmt, ist alles schon vorherbestimmt, denn der rote Faden der Handlung wird an keiner Stelle unterbrochen, und die strikte Einhaltung jeglicher Klischees bescheren hier leider den Sternabzug. Nichtsdestotrotz hab ich mich glänzend unterhalten gefühlt.

Fazit:

Witziger Roman über Freundschaft, Vergebung, Familienkonflikte und Seniorenbetreuung.

(4/5)

DTV / 01.04.2010 / 460 Seiten / 978-3423247801 / Originaltitel: We are all made of Glue / 14,90 €
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Author: ri

eher zu der Gruppe Enddreißiger gehörend, hat das Herz schon seit langem an das Herzblatt verloren, geht nie ohne Buch und einer Kamera (die vom iphone zählt auch) aus dem Haus, muss mindestens einmal im Jahr ans Meer, liebt Momentaufnahmen und versucht sich an so manchen Hobbys zB. Lesen, Fotografieren, Musik, Stricken und *hüstel* etwas rumsporteln.

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