Gestern war die A40, die meistbefahrenste Autobahn im Ruhrgebiet, über eine Strecke von 60 km gesperrt. Das Stillleben hat sich eingenistet, die eine Seite wurde Sitzbänke/Tische und für Fußgänger reserviert und die andere Seite wurde zur Mobilitätsspur (Fahrrad, Inliner, Skater..). Das letzte Mal das die Autobahnen an sich still standen waren in den 1970gern die autofreien Sonntage, also ein Weilchen her.
Das war sozusagen nicht nur ein Highlight des Kulturhauptstadtprogramms, sondern auch ein “Muß” für jeden Anwohner. Also Herzblatt und ri planten dabei zu sein. Einen Tisch wollten für uns nicht mieten, nein wir wollten auf der Autobahn Fahrrad fahren, so der geniale Plan meines Herzblattes. Im Vorfeld dachte ich nur, nun gut, dass letzte Mal hab ich mein Fahrrad vor ca. 3 Jahren gesehen. Meine Bedenken wurden aber beiseite geschoben und schwupp war es soweit.
Ab in die S-Bahn Richtung Dortmund. In Dortmund-Dorstfeld raus, die Wittener Straße hoch (gemäßigtes bergauf *schnauf*) und schon ist man auf der A40 oder wie sie hier noch heißt B1.
Das war so gegen kurz nach 11.00 Uhr. Da war schon ordentlich was los, aber man konnte gemütlich noch seine Runde drehen.Allerdings war der erste Stau – ohne Staus gehts halt nicht – beim ersten Verpflegungswagen. Und es wurde immer voller. Immer öfters mußte man sein Fahrrad schieben, doch entgegen dem alltäglichen K(r)ampf war es ein entspanntes und geselliges Miteinander. Wie brüllte doch ein Mitschieber so schön:” Rita, mach doch mal Kasse 90 – 465 auf”. Jedenfalls war es spaßig. Natürlich gab es auch das ein oder andere Geplenkel, aber das war schnell vergessen. Unglaublich!
Gefahrene 30 km und geschobene 5 km später, wurde es uns auch zuuu voll, so dass wir unsere Ausfahrt nahmen und nach Hause fuhren. Ehrlich gesagt, ich hab meine Beine zettern hören
. Noch weitere 5 km trennten mich von Badewanne und Erholung.
Natürlich geht keine Feier ohne Mitbringsel. Ich hab mir was besonders tolles organisiert, nämlich die Still-Leben-Krankheit *g*. Ein ordentlicher Sonnenbrand, krebsrot ist noch zu blaß für die Bezeichnung, im Hals/Brustbereich und auf beiden Armen (besonders auf das “Ärmel”design bin ich stolz).
Jedenfalls kann ich für mich sagen “Ich war dabei, damals beim Still-Leben, als die A40 gesperrt war.” Eine tolle Erfahrung, nette Erlebnisse und überhaupt ein Miteinander anstatt ein alltägliches Gegeneinander. Gegen eine Wiederholung in ca. 3-10 Jahren hätte ich nichts einzuwenden.
Also DANKE liebe Kulturhauptstadt für dies Ereignis!
Da ich keinen Bock hatte die Kamera immer rauszukramen und reinzukramen in den Rucksack, sind es nur wenige Eindrücke geworden, aber seht selber:
Mein vernachlässigtes Fahrrad auf der A40:
Hier waren wir schon auf der Höhe des Bochumer Ruhrparks und ein Stau kündigt sich da vorne schon an, wobei Richtung Bochum Zentrum ging gar nichts mehr. Und der McDrive am Dückerweg (Ausfahrt) hatte wohl zum ersten Mal Fußgänger und Biker am Drive-in-Schalter.. hihi.. aber garantiert das Geschäft gemacht.
Im Rücken hatten wir noch gefühlte Tausende Radler :
Hier nochmal Richtung Bochum.. Wow! 3 Millionen Besucher sollen es gewesen sein, ja, das kann ich mir gut vorstellen.
Mit Spaß einen Muskelkater ungewohnten Ausmasses zu bekommen tat gar nicht sooo weh. Schließlich waren es 42 km, die ich mal eben aus dem Stand heraus ohne zu Murren geradelt bin. Darauf bin ich auch ein wenig stolz. War jemand von Euch auch dort unterwegs?



20/07/2010 at 09:40
Wow, das klingt ja toll und schöne Bilder!
Leider wohne ich zu weit weg, sonst wäre ich gerne dabei gewesen…
Und 42 km an einem Tag, wow!
20/07/2010 at 11:26
Ich würde ja gerne mal auf einer BAB joggen um zu sehen, wie weit ich auf einer Strecke die ich mit dem Auto fahre tatsächlich komme.
Merci für den schönen Bericht.
21/07/2010 at 09:58
@Katha: Der Muskelkater lässt nach
@rüdiger: Joggen auf der BAB, das hat was. Mir reicht Fahrrad fahren, aber selbst walken ging kaum auf der Mobilitätsspur
.