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{Au…. t …ooo} Unser Leben mit einem Honda Jazz

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Anfang des Jahres kam meinem Herzblatt die Idee unseren 9 Jahre alten Focus mal zu ersetzen. So langsam wären auch einige Reperaturen fällig, so dass die Überlegung schon okay war. Nach einigem Hin und Her haben wir uns für einen Neuwagen entschieden. Einen Honda Jazz 1,4 Comfort Style für den etwas über 16.000€ hingeblättert haben. Er sollte sparsam sein, ein super Raumangebot haben und und und…

Zum ersten Mal haben wir nun auch einen Bordcomputer an Bord, der nicht nur die Außentemperatur mißt (brauch ich nicht wirklich), sondern auch den Verbrauch anzeigt, sowie die Restkilometer bis zur nächsten Tankung und und und, bloß  wo war denn die Wartungsanzeige? Laut Handbuch sollte die im europäischen Land auch angezeigt werden. Also hin zum Honda-Vertragshändler. Wurde vergessen nach zu schauen, angeschaltet und nun ist sie da.

Das nächste kuriose war beim ersten Aussaugen, man(n) pflegt ja jetzt sein Baby wieder etwas gründlicher. Da wurde dann die integrierten Fußmatten angehoben, um erstmal einen Schock zu bekommen, lauter Schlammdreck darunter. Prima! Ebenso wurde beim ersten Staubwischen auf dem Cockpit ein neues Ärgernis entdeckt: zwei tiefe Kratzer, die mal eben schnell mit irgendeiner Wachswixe zugespachelt waren. Natürlich wollte man sich dessen nichts annehmen, klar doch.

Und war das ja schon ein etwas deprimierter Start war, geht´s bis heute so lustig munter weiter. Denn der Honda Jazz ab Baujahr 2009 besitzt zwar einen 42 l Tank, doch eigentlich nur einen 30 l Tank. Ja, ihr mögt denken ich spinn, ich wünschte mir aus diesem verdammten Alptraum aufzuwachen und unseren alten Focus wieder in die Arme schließen zu können.

Also zur Erklärung: Der Tank fasst 42 l, laut Handbuch geht das Reservelämpchen bei ca. 7,8 l Rest an. Eigentlich! Doch tatsächlich geht sie schon bei 14-12 l Rest an und signalisiert lustig munter nur noch zwischen 30 – 80 km fahren zu können. Mittlerweile haben wir eine Stellungnahme von Honda vorliegen, die erklärt, dass es aus reiner Sicherheit und zum Schutz des Autos/Fahrers/Umwelt so konzipiert wurde. Was wäre denn, wenn man einen steilen Berg rauf fahren würde und der Rest Benzin sammelt sich so im Tank, dass die Benzinpumpe kein Benzin mehr pumpen könnte??  Alles klar? Wer will denn hier wen vereimern?

Beim ersten Tanken haben wir uns nichts gedacht, als wir nur 30 l einfüllen konnten. Das erste Mal komisch kam es uns dann vor, als wir zu Ostern meine Eltern besuchen waren. Sie wohnen in Kappeln an der Schlei, sind von uns ca. 460 km. Frisch vollgetankt fährt man los und so ca. 120 km vor Ziel geht die Reserve an, zeigt an, wir haben nur noch Sprit für 65 km an Bord. Hallooo? Also noch auf der Autobahn getankt. Ergebnis 28 l reingequetscht, selbst der Stutzen war voll. 42l – 28 l = Reserve von 14 l, die nicht mal angetastet wurden.  Wir haben das weiter beobachtet, sind zum Vertragshändler und hörten folgendes:

  1. Ehrlich? Das ist mir also in dieser Höhe absolut unbekannt.
  2. Ich hab mit dem Meister gesprochen und ja wir hatten schon mal so einen Fall. Machen sie doch bitte einen Termin mit dem Meister, dann können wir entweder einen neuen Tankgeber bestellen oder dran biegen.
  3. Nein, der neue Tankgeber wurde nicht genehmigt, dann können wir nur den Tankgeber selber biegen. Auf die Frage von Herzblatt, ob dass denn was bringt: Aber sicher, das haben wir schon soo oft gemacht.

Was denn jetzt? Nein, kenn ich nicht. Wir hatten einen Fall. Das haben wir schon soo oft gemacht. Könnten wir uns mal einigen?

Jedenfalls die Biegerei an einem mittlerweilen 2 Monate alten Auto hat natürlich nichts gebracht, im Gegenteil es wurd schlimmer. Die zweite Biegung vor zwei Wochen war genauso eine Katastrophe. Da sass mein Herzblatt mit dem einen Meister zusammen, besprach das über 20 Minuten mit ihm, erklärte was er wollte, in welche Richtung gebogen werden sollte und ja, man hat sich geeinigt. Hoffnung kam auf, doch einen Tag später, der andere Meister nur da und ihr könnt es Euch schon denken. Genau, nichts wurde besser. Nach zehn km vom Hof fahren sprang die Reserve an.. nach insgesamt 473 km. Noch Fragen?

Der Vertragshändler sieht sich nicht in irgendwelchen Pflichten, er wird den Wagen so nicht zurücknehmen, dass müssten wir schön mit Honda Deutschland regeln. Ja spinn ich denn?

Um noch mal kurz ne Episode aus dem Leben mit der Tankreserve zu erzählen: Wir sind ja in Südfrankreich gewesen, natürlich mit dem Wagen. Hinfahrt war schon chaotisch, aber da zickte das Navigerät auch noch. Aber die Rückfahrt, ca. 1200 km reine Autobahnfahrt, die hatte es in sich. Insgesamt dreimal getankt, obwohl der Wagen eine super Reichweite haben sollte. Jedes Mal tanken ging uns der Arsch auf Grundeis. Denn Frankreich ist ja nicht grade eben, da sind schon ordentliche Steigungen drin. Und wenn dir dann die Reserve anzeigt, dass theoretisch der Ofen in 33  km aus ist, die nächste Tanke aber noch 65 km entfernt ist, und Du nur rauf und runter fährst, nicht weißt, was sich dieses sparsame Auto noch so reinzieht, dann versuch mal relaxed zu bleiben. Ich war es nicht und Herzblatt auch nicht. Uns standen wirklich Schweißperlen auf der Stirn. Endlich so grade eben zur Tanke und wieviel geht rein?   Schön an dem Bordcomputer find ich übrigens diese “Balken-Graphik”, die Dir anzeigt wie offen das Benzinventil grade ist und was er “verbraucht”. Sprich, wenn man Gas gibt, zeigt er in Balkengrafik an, wieviel er sozusagen “verbraucht”.

Aber zurück zur Frage, man sah also die ganze Zeit, dass von 20 Balken (pro Balke ein Liter) ca. 14 – 18 Balken angezeigt waren, daher ja auch die Grundstimmung “Scheiße, packen wir das?”.  Ja, das ging so grade eben noch gut, denn wir kratzten nicht unsere großzügig bemessende Sicherheitsreserve von 14l an. Es wurden tatsächlich nur 28 l getankt, mehr ging nicht rein.

Hinzu kommt, dass die Panoramascheibe bei Sonnenschein extrem spiegelt, der Lack (Metalliclackierung) sehr dünn ist und sehr schnell abplatzt ( Motorhaube mittig, KEIN Steinschlag), der verarbeitete Kunststoff im Innenraum so butterweich ist, dass sehr schnell häßliche Streifen entstehen, die nicht mehr weggehen und von alledem nimmt sich der Vertragshändler nichts an. Nein, erst im xten Gespräch hat man mal zugegeben, dass man das beim Kauf erwähnen sollte, aber nicht getan hätte. Aber zurücknehmen, wandeln.. nee, dass müssen sie selbst machen.

Der neueste Aufreger ist dieser Lackabplatzer, es ist keine Delle im Blech, es ist wirklich ein Lackabplatzer, ich wollte es auch nicht glauben. Wir wieder hin und wurden vom freundlichsten Mitarbeiter des Jahres empfangen (Sarkasmus läßt grüßen). Erstmal war es ihm zuviel, dass ja schon Samstag mittag war (11.45 Uhr), dann Lack.. (ne, das ist eindeutig ein Steinschlag, das brauch ich nicht fotografieren und einschicken, dass wird eh nichts, vergessen sie es! Müssen sie halt selbst zusehen!), nächste Frage Verbrauch (also alles was unter 8l Verbrauch ist, ist ein SPITZENWERT!! Wissen sie wie diese Prospektangaben zu stande kommen?? Genau, also ein SPITZENWERT). Was ich vielleicht noch erwähnen sollte, ist dieser Mitarbeiter hat was gegen Personen aus Gelsenkirchen, der Vertragshändler sitzt in Dortmund. Sollte man privates mit beruflichem mischen? *Grübel*

Angeben ist der Verbrauch in den Prospekten reine gemäßigte Autobahnfahrt mit 4,8 l. Ein Traum, gelle? Sowas nenn ich sparsam. Demenstprechend könnte man sich ja jetzt die Reichweite bei einem 42l Tank auch ausrechnen, also auch tolle Angaben. Unser Exemplar verbraucht aber durchschnittlich 5,8 – 6,5 l reine gemäßigte Autobahnfahrt, immer noch sparsam, aber meines Erachtens sehr abweichend, aber wir haben ja gelernt ein SPITZENWERT!!

Auch so im Ganzen können wir nicht gerade sagen, dass uns Kundenfreundlichkeit entgegen kam. Klar bis zum Kauf hat man sich bemüht, doch nachher… ne, das sprengt schon eh den Rahmen.

Als Gebrauchtwagen würde der Vertragshändler 11.000€ zahlen, also ein Verlust von über 5.000€. Geht gar nicht. Unser nächster Schritt ist es Honda Deutschland anzuschreiben und hoffentlich reagieren die, denn die Geschäftsführung des Vertragshändlers reagiert überhaupt nicht, weder schriftlich noch telefonisch. Als Ausrede wird erzählt, der Geschäftsführer ist halt kein Techniker. Und? Kann sich doch trotzdem die Probleme anhören, schließlich leitet er den Laden. Falls das auch nichts bringt mit Honda Deutschland, dann muß wohl oder übel ein Rechtsanwalt gesucht werden. Leider sind wir jetzt erst rechtsschutzversichert, so dass die diesen Fall nicht bearbeiten werden. Ich bin gespannt, wie Honda himself reagiert.

Dabei sollte es ein Neuwagen werden, weil man den ja dann länger fahren kann. Ein Honda, weil viele Bekannte und Freunde Honda fahren und sich nie über irgendwas beschweren konnten, der eine fährt seinen noch mit dem ersten Motor und der hat jetzt 250000 km hinter sich. Alle meinten wir könnten nichts falsch machen, soso.. ;(

PS. Ich hab lange überlegt, ob  ich es veröffentliche oder nicht, aber warum nicht, falls sich jemand dieses Auto kaufen sollte, kann ich nur davon abraten. Mittlerweile gibt es auch eine Meinung von Honda Deutschland. Dazu demnächst mehr.

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Author: ri

eher zu der Gruppe Enddreißiger gehörend, hat das Herz schon seit langem an das Herzblatt verloren, geht nie ohne Buch und einer Kamera (die vom iphone zählt auch) aus dem Haus, muss mindestens einmal im Jahr ans Meer, liebt Momentaufnahmen und versucht sich an so manchen Hobbys zB. Lesen, Fotografieren, Musik, Stricken und *hüstel* etwas rumsporteln.

3 Comments

  1. Ob eine Wandlung per Rechtsanwalt ging? Macht aber auch nur Sinn, wenn eine Rechtsschutzversicherung vorliegt.

    Och Mensch, da kauft man etwas neues und ärgert sich einen Wolf über unnötige Umwegsamkeiten. Ich kann leider nur meine Anteilnahme ausdrücken.

  2. Danke Dir. Das ist ja grad die Misere, ne Rechtschutzversicherung haben wir erst später abgeschlossen, hätten ja auch niemals dies Desaster erwartet. Nun ja, jetzt sind wir am überlegen ob wir den Wagen zwei Jahre fahren oder es doch über einen Anwalt regeln lassen. Gar nicht so einfach die Entscheidung. Teil 2 der Erzählung kommt demnächst.

  3. hallo, ich fahre mitlerweile schon den dritten Honda (derzeit: Jazz) nachdem ich von deutschen Autos und dem dazugehörigen Service inzwischen herb enttäuscht bin.
    Meine Hondas haben mich noch nie enttäuscht. Momentan fahre ich einen neuen Jazz comfort-style, für den ich 13900€ bezahlt habe; er gehört mir seit 3 Monaten. Seit Ende 2009 läuft eine vorübergehende Kampagne von Honda hier in Deutschland, die Preisvorteile verspricht. Wer sich da noch einen neuen Jazz zum “alten” Preis aufschwatzen läßt und sich jetzt darüber beschwert, dem ist nicht mehr zu helfen.
    Ich bin mit dem Jazz bisher sehr gut gefahren und möchte ihn nicht mehr missen. Die verarbeiteten Materialien wirken absolut nicht billig; man werfe nur mal einen Blick in einen anderen Kleinwagen, egal welcher Marke. Beim Benzinverbrauch orientiere ich mich an den gefahrenen Kilometern, die Tankanzeige dient mir nur als Anhalt. Ich fahre den Tank nie ganz leer. Und ich sehe darin absolut kein Problem…klar, daß bei sinnlosem Herumbasteln am Auto irgendwann irgendetwas nicht mehr stimmt.
    Mein Votum: Klar für Jazz und auch für Honda!!!
    Die Vertragswerkstatt ist wie bei den meisten Automarken Glücksache; aber im Großen und Ganzen bin ich mit dem Honda-Service sehr zufrieden.

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