Vor geraumer Zeit habe ich mich ja schon mal ausgelassen über unseren Fehlkauf eines Honda Jazz. Um es kurz in Erinnerung zu rufen, nochmal kurz die Probleme mit dem Wagen:
- Reserveanzeige springt schon bei einem Restliterstand von 14-11 l an, anstatt bei angegebenen 7,8 l
- dementsprechend Bordcomputer zu 3/4 nicht brauchbar (Reichweitenanzeige, Verbrauch)
- sehr dünner Lack -> Absplitterungen
hinzukommen noch evtl. Händlerbedingt:
- Unfreundlichkeit und Täuschung
Nachdem unser Händler uns nicht weiterhelfen wollte, hatten wir an Honda Deutschland geschrieben und prompt nach 1 1/2 Wochen einen Anruf bekommen, dass man das Problem ja überhaupt nicht verstehen könnte, der Händler müßte doch was machen. Ein Besichtigungstermin wurde ausgemacht. Zum xten Mal wurden Überstunden dafür abgebaut. Das ganze hat etwas über zwei Stunden gedauert und das Fazit war ernüchternd.
Für uns stand fest, dass der Wagen mangelhaft ist. Doch für Honda Deutschland ist das Ganze, nun ja, nicht schlimm, schließlich geht es ja um die Sicherheit. Wir bekamen in allen Punkten Recht, ist doch mal was. Nur geholfen wurde uns nicht. Ja, es kann sein, dass der Wagen mehr verbraucht, es kann sein, dass der Bordcomputer was anderes anzeigt, dass der Lack – also ne, das ist eindeutig ein Steinschlag. Recht haben und Recht bekommen sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Denn man mußte sich einiges von den beiden angereisten Herren (einer für den Service und der andere für die Technik) anhören. In Südamerika gibt es eine andere Tankeinheit deswegen, doch für den europäischen Markt ist sowas nicht vorgesehen, schließlich ein anderer Zulieferer, für Amerika gibt es andere Werte für die Elektronik, aber auch hier nicht vorgesehen. Der krönende Abschluß war die lächerliche Frage :”Was haben sie eigentlich für ein Problem halt früher zu tanken?”
Das Problem ist ganz einfach: die Reichweite. Gekauft wurde er unter der Zusage von einer Reichweite von ca. 750 km (wenn nicht noch ein paar km mehr), nicht mit einer Reichweite von 480 km – 520 km. Von den schwankenden Spritpreisen möchte ich gar nicht reden, das wäre nur nebensächlich. Es sollte halt nicht passieren, dass man bei km 400 auf der Autobahn schon ins Schwitzen kommt, da die Reichweitenanzeige nur noch 63 km bis zur nächsten fälligen Tankung anzeigt. Auch wenn es einen logisch erscheint, dass man noch mehr km fahren könnte, wurde man schon leicht panisch. Mittlerweile kann man zwar nicht von Gewöhnung sprechen, doch reagiert man etwas gelassener. Anstatt der Reichweitenanzeige hätte Honda auch einen Aufkleber anbringen können: “Alle 500 km tanken nicht vergessen!”
Um wieder auf das Treffen mit Honda Deutschland zu sprechen zu kommen, es wurde noch nicht mal irgendetwas zur Beruhigung angeboten, keine Gratis-Inspektion für den Ärger oder sonstiges. Dafür das man in allen Punkten Recht bekam eine magere Nummer. Von Rücknahme des Wagens ganz zu schweigen.
Zwei – drei Wochen später bekamen wir dann auch einen Brief aus dem Hause Honda Deutschland, die sich ja Kundenfreundlichkeit und Service auf die Fahne geschrieben haben. Es wurde kurz und knapp erklärt, dass keine Mängel festgestellt wurden. Ach ja und unfreundlich wurde man darauf hingewiesen, dass eine Rücknahme nur über den Vertragshändler gehen kann. Aha, der Vertragshändler behauptete genau das Gegenteil. Interessant!
Gebracht hat das Ganze nichts! Nur Zeit verplempert und der Adrenalinspiegel wurde hoch gehalten. Ärgerlich!
Ich kann jeden nur davon abraten einen Honda Jazz ab BJ 2008 zu kaufen, nichts als Ärger. Sehr informativ und leider zu spät entdeckt sind folgende Webseiten: www.spritmonitor.de und www.autoplenum.de oder hier und hier. Egal welches Auto ihr kaufen wollt, macht euch erst schlau. ;)
07/10/2010 at 19:05
Ja, liebe Leute, macht Euch schlau, und lest nicht nur die Stories von frustrierten Menschen, die sich über jeden Kleinkram aufregen und dann die eigenen Nerven in einem aussichtlosen Kleinkrieg mit dem Händler und dem Hersteller verschleißen.
Den neuen Jazz Exclusiv habe ich jetzt 22.000 km gefahren, ohne jegliches Problem. Er ist in vielfacher Hinsicht gegenüber dem alten Jazz weiterentwickelt, den ich über 110.000 km ohne die geringsten Probleme gefahren habe, er hat nicht ein einziges Mal die Werkstatt gesehen.
Der Neue (mit i-shift) wird nach EU-Zyklus mit 5, 3 l/100 km angegeben, beim Alten (mit CVT) waren es 5,9 l/100 km. Nach meiner Erfahrung unter sehr gut reproduzierbaren Bedingungen haben beide in der Praxis den gleichen Verbrauch, bei mir ca. 6,1 l/100 km im Jahresmittel. Auch angesichts der etwas höheren Motorleistung ist das jedenfalls nicht der Fortschritt, den die Herstellerangaben erwarten lassen. Trotzdem nicht schlecht, insgesamt kann ich den Jazz sehr empfehlen, vor allem, wenn man ein absolut zuverlässiges und praktisches Auto sucht, ein echter Japaner. Leider ist er nicht ganz billig.
08/10/2010 at 20:25
Eigentlich fühl ich mich nicht angesprochen, wenn Du schreibst “Kleinigkeiten”, denn bei einem 16.400€ teuren Wagen, bei dem der Bordcomputer unbrauchbar ist, die versprochene Reichweite (Kaufargument!) nicht gewährleistet ist, der Service nicht prickelnd ist, empfinde ich es nicht als Kleinigkeit.
Und bei einem Neuwagen, egal welche Preisklasse, gehe ich davon aus, den nicht nach vor oder während 22.000 km in die Werkstatt zu bringen.
Es freut mich zu hören, dass Du zufrieden bist, ich bin es nicht.
Übrigens steht der Wagen jetzt seit einer Woche in der Garage, da uns eine Seitenscheibe, die unter Spannung stand, geplatzt ist und Honda schafft es nicht diese Scheibe zu liefern! Nur pampige Antworten, welch ein Kundenservice. Und der Kundenservice gehört zu einer Bewertung dazu.
Wünsch Die weiterhin allseits Gute Fahrt und dass Du zufrieden bleibst!