{Rezension} Wie ein Kuss von Rosenblüten – Martina Sahler

wieeinkuss Köln, 1795. Die Franzosen haben die verschlafene, heruntergekommene Stadt erobert. Jetzt soll alles anders werden ═ auch für Billa? Sie wünscht sich nichts mehr als eine Möglichkeit, aus dem vorbestimmten Leben als Tochter einer Schneiderin auszubrechen. Amsterdam, Paris, wirklich edle Stoffe ═ das wäre es! Als der Nachbarsjunge Toni beschließt, vor seinem tyrannischen Vater zu fliehen und die Stadt zu verlassen, wird Billa vor eine schwere Entscheidung gestellt. Denn Toni ist längst mehr für sie geworden als nur ein Freund …

Meine Meinung:

Billa – eigentlich Sybilla – wächst im Haus am Kirschbaum in der … Gasse auf. Zusammen mit ihrer älteren Schwester Sophie helfen Sie ihrer Mutter in der Nähstube alte Kleidung wieder aufzufrischen. Doch für Billa steht fest, so ein Leben möchte sie nicht führen, sie möchte zwar nähen, aber feinste Stoffe zu Designerstücken verarbeiten, ja das schwebt ihr vor. Auch der Gedanke an Toni – ihren besten Freund – lässt sie immer mehr in Tagträumen abdriften. Als die Franzosen in Köln einmarschieren, ihre Schwester plötzlich mit einem solchen zusammen ist, ihre Mutter genügend Arbeit von denen aufgebrummt bekam und sie das verheerendste Geheimnis von Toni entlarvt hat, bricht für Billa eine Welt zusammen. Es weht ein neuer Wind, aber sollten sich ihre Träume nie mehr erfüllen? Toni will abhauen und teilt es Billa mit. Schweren Herzens, aber frohen Mutes geht sie mit ihm… ihr Abenteuer beginnt.

Die Charaktere sind liebevoll getreu bis ins Detail gezeichnet, Billa, die Verträumte, ihre Mutter, die Sorgende, ihre Schwester Sophie, das Franzosenliebchen und Toni, ihr bester Freund. Man erfährt vieles in kleinen Happen und kann das somit auch besser verarbeiten, da die Häppchen zeitnah zur Handlung preisgegeben werden. Im Grunde genommen könnte die Geschichte auch zur heutigen Zeit spielen, denn die Themen Familie, Freundschaft und Liebe beherrschen jegliche Zeiten.

Martina Suhler ist es gelungen das ausgehende 18te Jahrhundert gekonnt in Worte zu fassen, die Lebensbedingungen und weitere Umstände, alles wirkt sehr lebendig. So war mir bis dato nicht allzu bekannt, dass die Franzosen nicht nur das Baguette (mjam) eingeführt haben, sondern auch die Hausnummerierung.

Besonders ist es Frau Suhler gelungen Billas Gefühlschaos zu beschreiben und zu ordnen. So lernt man Billa als typische 14jährige kennen, etwas unbekümmert, verträumt und mit Liebe hat sie nichts am Hut. Nach und Nach wird sie in den nächsten Wochen reifer, bestimmter und verliebter. Eine gewaltige Entwicklung legt sie an den Tag. Ihre Erlebnisse und auch ihre Gefühle zu Toni ordnen ihr Gefühlschaos zu einem roten Faden. Aber am besten man liest bzw. hört es selbst.

Frau Blümel spricht dieses Hörbuch auch in einer sehr angenehmen Art, so dass es als solches sehr zart und leicht fluffig sich anhören lässt oder anders gesagt, es beschwingt einen. Gepaart mit dem netten Musikarrangement auf jeden Fall. Es ist ein Genuss!

Ein Mini-Manko hab ich noch zu beklagen: Das Ende! Es ist offen! Vielleicht gibt es eine Fortsetzung? Schön wäre es!

Fazit:

Wer historische Jugendliebesromane oder einfach einen schönen historischen Roman mag, der liegt mit der Geschichte der 14jährigen Billa genau richtig.

(5/5)

Bastei Lübbe GmbH & Co.KG (Lübbe Audio) / 25.09.2010 / ISBN 978-3785744130 / 14,99€

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www.ri-im.net

eher zu der Gruppe Enddreißiger gehörend, hat das Herz schon seit langem an das Herzblatt verloren, geht nie ohne Buch und einer Kamera (die vom iphone zählt auch) aus dem Haus, muss mindestens einmal im Jahr ans Meer, liebt Momentaufnahmen und versucht sich an so manchen Hobbys zB. Lesen, Fotografieren, Musik, Stricken und *hüstel* etwas rumsporteln.

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