“Ich halte mich für ziemlich helle. Ich bin kein Mädchen, das glaubt, dass die Wirklichkeit wie ein Märchen ist. Aber als ich den Spiegel sprechen hörte, da wusste ich, dass ich mir das nicht eingebildet hatte. Das war Zauberei!”
Es ist nicht leicht, eine Außenseiterin zu sein. Doch dann bekommt Elizabeth einen Aushilfsjob in einem ganz besonderen Museum, dem New Yorker Repositorium der verleihbaren Schätze, in dem man Kunst und Krempel, Wertvolles und Verrücktes ausleihen kann: alte Möbel, schönen Schmuck, eine Perücke, mit der Marie Antoinette einst durch ihr Schloss stolzierte. In den geheimnisvollen Lagerhallen fi ndet Elizabeth aber auch endlich echte Freunde, die bereit sind, mit ihr durch Dick und Dünn zu gehen. Und die braucht sie dringender, als sie geahnt hat denn verborgen im Keller gibt es noch eine ganz besondere Sammlung, deren Schätze allesamt magische Kräfte haben. Nun beginnt jemand, ihnen den Zauber zu rauben. Nur Elizabeth kann dies verhindern, aber damit bringt sie sich selbst in große Gefahr …
Meine Meinung:
Elizabeth verkörpert in etwa ein modernes Aschenputtel. Außenseiterin, Stiefmutter und Stiefschwestern, für ihre Belange ist kein Geld mehr da, alles spricht dafür. Doch auch sie landet ein Glücksgriff mit dem ihr angebotenen Job im Repositorium der verleihbaren Schätze. Nach bestandener Aufnahmeprüfung erfährt sie endlich was es heißt Freunde zu haben und sich wieder wohlzufühlen. So schnell kann sie sich allerdings gar nicht einleben, wie ihr schon komische Dinge auffallen und sie diese mit Hilfe ihrer Freunde lösen wird.
Auf der einen Seite ist dies Buch ein Genuß, allein schon die Covergestaltung – ein Traum. Es ist flüssig und in einer leichten Sprache geschrieben, so daß man merkt es ist für Jugendliche angedacht, heißt aber nicht, dass “Erwachsene” davor zurückschrecken sollten. Im Gegenteil, es ist für jung und alt geschrieben.
Die Handlung an sich bzw. die Idee der verzauberten Gegenstände, die man sich leihen kann, ist mal originell. Doch leider komm ich da schon zu der anderen Seite, die Handlungstiefe. Die Charaktere sind sehr liebevoll gestaltet, gar keine Frage, aber haben mE keine Facetten, keine Seele, so dass es vor sich dahin plätschert. Die Geschichte drehte sich weiter, doch ich wurde nicht mitgerissen. Schade, denn Potential hatte diese Handlung.
Der Unterhaltungswert war auf jeden Fall da, man ist auch fasziniert von den Erlebnissen, doch so ein “Schade-es-ist-ausgelesen”-Geühl kam nicht auf. Nichtsdestotrotz ist es empfehlenswert für Märchenliebhaber, Junggebliebene und Teenies. Alleine schon um den Wert einer Freundschaft als kostbares Gut zu erfahren, denn das wiederfährt Elizabeth.
Fazit:
Freunde des Verspielten und Märchenliebhaber werden begeistert sein.




(3.5/5)
Pan-Verlag (Droemer/Knaur) / 05.05.2010 / 352 Seiten / ISBN978-3426283318 / 14,95 €
23/10/2010 at 15:33
Ich fand das Buch auch eher mäßig. Die Idee war schon gut, aber die Umsetzung war mir auch zu oberflächlich.
25/10/2010 at 22:00
Puh, das beruhigt mich irgendwie, da es ja so himmelhochgelobt wurde. Hab mich schon gefragt, ob ich die einzige bin, die es “mäßig” fand.
31/10/2010 at 20:13
Ich war über die vielen überschwänglichen Stimmen auch erstaunt. Es ist nett, keine Frage, aber ein richtiger Kracher ist das Buch für mich nicht. Dabei finde ich Märchenmotive eigentlich immer super. Bin schon gespannt, was Christoph Marzi daraus gemacht habt. »Grimm« erscheint ja auch bald.