{Rezension} Rubinrotes Herz, Eisblaue See – Morgan Callan Rogers

rubinrotesherzeisblauesee Wie das flirrende Licht eines Sommertages
Ein Fischerdorf an der Küste Maines. Die elfjährige Florine lebt geborgen bei ihren Eltern, der lebenshungrigen Mutter Carlie und dem bodenständigen Vater. Bis Carlie eines Tages spurlos verschwindet. Alle Nachforschungen laufen ins Leere und die Frage, was mit ihrer Mutter geschah, wird Florine in den folgenden Jahren ständig begleiten.
Zudem muss sie mit der Zumutung fertig werden, dass das Leben um sie herum trotzdem weitergeht: Ihr Vater bandelt wieder mit seiner Jugendliebe an, ihre geliebte Großmutter altert zusehends, und ihr bester Freund hat nur noch Augen für seine neue Freundin. Doch Florine lässt sich nicht beirren und gibt das Warten auf die Rückkehr der Mutter nicht auf.
Schlagfertig und mit einem ganz eigenen Humor erzählt sie davon, was es heißt, sich treu zu bleiben und sein Glück zu finden.

Meine Meinung:

Florine wächst behütet bei ihren Eltern in dem kleinen Fischerdörfchen The Point auf. Bis zu ihrem 11ten Lebensjahr war es eine glückliche Kindheit mit den typischen Höhen und Tiefen. Doch als ihre Mutter Carlie von einem Urlaub mit der Freundin nicht wiederkehrt, bricht für Florine eine Welt zusammen. Sie hofft und hofft, selbst als ihr Vater mit seine ehemalige Jugendliebe aufwärmt, hofft sie auf eine Rückkehr von Carlie. Bis zu ihrem 17ten Lebensjahr begleitet man Florine. Erlebt ihre weitere Entwicklung, ihre weiteren Höhen und Tiefen und ihre Sturheit bzgl der Hoffnung.

Die Autorin schafft es einwandfrei die Gefühlslage eines heranwachsenden Teenagers so zu beschreiben, dass man sich teilweise in seine eigene Pubertät zurückversetzt fühlt. Klar kann der normale Teenager nicht diese Dichte an Ereignissen vorweisen, doch die Sturheit und den Trotzkopf kann man 100% nachvollziehen. Das sind dann auch so Sachen, da möchte man Florine schütteln und von seinem eigenen Leid erzählen, aber das geht ja nicht. So nimmt den weiteren Verlauf hin.

Die Charaktere sind alle liebevoll gezeichnet. Sei es die lebenshungrige Carlie, gerne in Rückblenden zart erzählt, der von Kummer gezeichnete Vater Leeman, Stella, die durch ihre Erfahrung gelernt hat, sich dass zu nehmen was sie will und es verdammt schwer mit Florine hat. Und natürlich der Zusammenhalt der Familie: Grant, die Großmutter. Sie rückt Florine gerne mal den Kopf zurecht, leidet sie doch auch unter dem Verlust.

Es gab allerdings auch Momente, da hab ich mich gefragt, warum höre ich es zu Ende. Um zu wissen, wie es mit Florine weitergeht und ob Carlie wieder auftaucht, war die Antwort. Eigentlich. Denn uneigentlich hat man sich auch andere Fragen gestellt bzgl. Stellas Hartnäckigkeit, Leemans Fürsorge und der “Coolheit” von Grant, sowie auch Florines Freunde weiter unter die Lupe genommen. Es machte Spaß und war spannend.

Zum anderen lauscht man der Stimme von Luise Helm aber auch gebannt, sie hat eine wunderbare Art diese Tragikomödie vorzutragen. Bedacht und schwer stellt sie gegenüber heiter und sonnig. Es war ein Genuß!

Fazit:

Eine warmherzige und tiefgründige Geschichte über Verlust & Hoffnung, erste Liebe, Schicksalsschlägen und aus solchen wieder Mut zu schöpfen.

(4/5)

Argon Verlag / 04.August 2010 / ISBN 978-3839810569 / 19,95€ Originaltitel: Red Ruby Heart In A Cold Blue Sea

Übrigens hier ein Danke Schön an die lieben Damen vom Argon-Verlags-Stand auf der Frankfurter Buchmesse, die einen dieses Buch so ans Herz legten. Jepp, es ist schon etwas besonderes.

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www.ri-im.net

eher zu der Gruppe Enddreißiger gehörend, hat das Herz schon seit langem an das Herzblatt verloren, geht nie ohne Buch und einer Kamera (die vom iphone zählt auch) aus dem Haus, muss mindestens einmal im Jahr ans Meer, liebt Momentaufnahmen und versucht sich an so manchen Hobbys zB. Lesen, Fotografieren, Musik, Stricken und *hüstel* etwas rumsporteln.

2 comments Write a comment

  1. Ich werd’s mir definitiv auch noch anhören, aber »Weißer Oleander« liegt mir immer noch schwer im Magen, deswegen gibt es in den nächsten Tagen erstmal leichtere/fröhlichere Kost auf die Ohren.

  2. Pingback: Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hatte eingeladen | Berliner Büchertisch

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