Hoch geht’s her im Norden, vor allem, wenn Frauen knapp sind.
Wie kann man heirats- und arbeitswillige Frauen auf die kleine norwegische Insel Hogna locken, damit der Junggesellenclub endlich seine Existenzberechtigung verliert? Klar, mit einem Junggesellenfestival, auf dem Robbie Williams als Zugpferd auftreten soll. Der Megastar sagt tatsächlich zu, die Vorbereitungen laufen an, denn neben anderen Kleinigkeiten verlangt Robbie nach einem Bentley. Leider ist das Geld knapp, doch wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Und der führt über explodierende Spielautomaten, verdorbenen Rakefisch, eine vergiftete finnische Rockgruppe und andere lästige Leichen mehr oder weniger direkt auf einen Kartoffelacker, auf dem der beglückende Event stattfinden soll. Ein Bombardement von irrwitzigen Ideen, ein Füllhorn von Absurditäten und eine hemmungslose Komik – dieses Buch wird Sie vor Lachen zum Japsen bringen.
Meine Meinung:
Puh! Der Hauptcharakter soll eine Bankfiliale auf Hogna, einer norwegischen Mini-Insel, innerhalb eines halben Jahres schließen, allerdings soll den Bewohnern nichts mitgeteilt werden. Der bis dato eingesetzte Filialleiter wird von dem Charakter abgelöst. Und damit fängt das ganze Chaos an.
Was jedem einleuchten mag, herrschen auf so kleinen Bereichen eigene Gesetze. So lautet hier die Promisse: “Helf ich Dir, hilfst Du mir!” Diese Floskel bindet. Und zieht sich wie ein roter Kaugummi durchs Buch. Es vergeht keine Begebenheit ohne sich gegenseitig zu helfen, wobei das mit dem Gegenseitig immer so eine Auslegungssache ist. So wird lustig munter alles am Rande und über dem Rande der Illegalität getätigt.
Der ortsansässige Junggesellenclub will ein Junggesellenfestival ins Leben rufen, um heiratswillige Bräute zu finden. Das die Singleherren gegen 50 Jahre sind, einiges auf den Kerbholz haben, brauchen die Damen ja nicht wissen, die sollen schließlich ja nur Kinder gebären und schön Hausfrau sein, so die Vorstellung, damit die Insel wieder mehr Nachwuchs bekommt. Natürlich geht auch diese Sache nicht reibungslos von statten, denn das soll ja der eigentliche rote Faden des Buches sein. Irgendwie taucht das Thema auch wieder auf.
So skurril oder abwegig die Ideen auch sind, die hier verarbeitet wurden, sie nerven. Es läuft immer auf das Gleiche hinaus. Man hat eine großartige Idee um mit wenig Mitteln an ganz viel Geld zu kommen, Legalität völlig außer acht gelassen, man lässt sich helfen, hilft natürlich nur mit Kinkerlitzchen zurück und stellt bei der Ausführung fest, dass irgendwas nicht beachtet wurde und völlig in den Sand gesetzt wird. Um dies wieder zu retten, wird eine weitere Idee geboren und der Kreislauf setzt sich unermüdlich fort, bis eines lieben langen Tages, die riesige Seifenblase platzt. BÄM!
Was soll ich sagen, die letzten zwei Sätze enthalten eigentlich den hauptsächlichen Knaller, erfährt man hier nämlich erst mal das Geschlecht des Hauptcharakters. Allerdings ging dieser gut gemeinte Witz an mir vorbei. Ich war so genervt von dem Buch, dass ich es nicht mitbekommen habe. Aber gerade dieser Witz lässt im Nachhinein so einiges anderes noch fragwürdiger erscheinen.
Ich will hier nicht spoilern, daher keine genauen Angaben, doch ich war maßlos enttäuscht von diesem so lustigen, skurrilen und aberwitzigen angepriesen Buch.
Fazit:
Um es mit drei Worten vorweg zu nehmen: Nicht mein Fall!
Wer sehr absurdes und skurriles lesen möchte, ohne großen Anspruch, dann gerne! Wer Wert auf eine “vernünftige” logische Rahmenhandlung legt, nun ja, sollte es lieber lassen.




(2/5)
Kiepenheuer & Witsch Verlag / 14.03.2011 / 304 Seiten / ISBN 978-3462042818 / 8,95 € / Humor