Category Archives: rezensiert

Haben Sie das von Georgia gehört? – Mark Childress

Haben Sie das von Georgia gehört?Georgia. Georgia Bottoms. Angesehene stadtbekannte wohlhabende Schönheit. Mit kleinen Makeln. Naja. Denn die Bottoms sind nicht mehr wohlhabend, stehen eigentlich vor dem Ruin. Wäre die liebe Georgia halt nicht die liebevoll sorgende reizvolle Schönheit, die einen lukrativen Nebenjob nachgeht. Sie erfüllt Herrenwünsche von Dienstag bis Sonntag. So wie man früher Unterwäsche mit den Namenstagen trug, hat Georgia ihre Männer, die für sie und ihre Familie sorgen. Jeden Tag einen anderen angesehenen Edelmann des Örtchen Six  Points in Alabama. Keiner weiß von den anderen.

Alles verläuft prima, bis auf einmal einer (der Pfarrer) Reue bekundet und seine Untreue öffentlich gestehen will. Der Stein kommt ins Rollen. Die wahre Georgia zum Vorschein und ihre kleinen Geheimnisse, die wirklich fast jeden im Örtchen umhauen…

Geprägt wird das Bild auch von ihrer dementen Mutter, die hinter allem etwas böses ahnt, ihrem Bruder, der kriminell und leicht unterbemittelt erscheint, ihre beste Freundin Krystal, zur Zeit Bürgermeisterin und ihren direkt nach der Geburt abgegebenen Sohn, der auf der Suche nach seiner Mutter ist und aus einer Liaison mit einem Farbigen stammt. Viel Pulver.

Georgia ist aufopferungsvoll, ein Organisationstalent und alles nur um den Namen der Bottoms noch mit Würde darzustellen. Ich empfand es als teilweise falschen Beweggrund. So wird für ein Fest fast alles Gespartes ausgegeben, gebacken, gekocht und sich überschlagen, nur damit man als das beste Pferd im Stall weiterhin glänzt. Hm..

Teilweise zieht sich die Handlung dahin, so richtig Fahrt nimmt sie erst mit der Anreise ihres farbigen Sohnes auf. Georgia verändert sich nicht großartig, aber ihr wird bewußt wie blödsinnig ihre “Der-Name-muss-auf-jeden-Fall-gewahrt-werden”-Aktionen waren. So kommt es wie es kommen muß und sie steht nicht nur zu ihrer tatsächlichen Familie, sondern erstmalig auch zu sich selbst. Kein Trara, schlicht weg Georgia herself.

Die Charaktere sind liebevoll gezeichnet und entwickeln teilweise eine gewisse Eigendynamik. So hätte man zB. hinter der treuliebenden Pfarrersgattin keine böse Schlange erwartet.. oder… ne lest selber.

Fazit:

Alles in allem ein schöner Zeitvertreib, der einem zum Nachdenken anregen kann. Werte wie Treue, Familie, Liebe und Heuchelei werden angegangen. Ein Buch für useliges Wetter.

(3/5)

Goldmann Verlag/EV 22.11.2011/320 Seiten/ISBN 978-3442312153/Original Titel Georgia Bottoms

erhältlich zB bei amazon: Hardcover Taschenbuch (ab dem 15.03.13) 

Babe in Boyland – Jody Gehrmann

Natalie writes the relationship column for her high school newspaper. Then she is accused of knowing nothing about guys and giving girls bad relationship advice, so she decides to disguise herself as a guy and spend a week at Underwood Academy, the private all-boys boarding school in town. And in the process, she learns about guys, though in ways she never expected. But when she starts to fall for her dreamy roommate, things get even more complicated. The fun doesn’t stop in this light, lively offering for teen girls.

Meine Meinung:

Natalie´s Kolumne über Beziehungsprobleme in der Schulzeitung hat leichte Schlagseite bekommen, denn viele Jungs beschweren sich über Dr. Aphrodites einseitige Ratgeber. Nach und nach wird Natalie klar, dass sie nicht gerade diejenige ist, die Ratschläge in Beziehungssachen geben kann, denn sie hatte noch keinen Freund, war noch nicht verliebt und überhaupt was wollen Jungs? Zusammen mit ihren Freundinnen Darcy und Chloe stellt sie einige Fragen auf, die einer Antwort bedürfen. Doch so richtig will ihr keiner Auskunft geben. So ersinnt sich eine Idee. Eine Woche als Junge auf der Privatschule Underwood Academy und ihre Fragen werden alle gelöst sein. Soweit so gut, doch es kommt immer anders und erst recht als man denkt…

Auf der einen Seite gefiel mir Natalie, sie ist beliebt und vor allem auch nicht doof, halt typisch Girlie. Ihre beiden Freundinnen stehen dem Girlie-sein nicht nach, Hauptinteressen Jungs, Klamotten, Schminkie und Party. Eine “Alle-für-einen, einer-für-alle”-Truppe, die sich auch nicht davor scheut ihren Eltern eine Woche lang anzulügen, denn Natalie´s Ausflug muß ja gedeckt sein. Auf der anderen Seite war sie mir etwas zu naiv und kindisch. Denn eine Socke in der Hose, ein Kurzhaarschnitt und kurz mal die Stimme tiefer stellen sollte ihrer Meinung schon ausreichen, um als Junge einer High-School eine Woche klarzukommen. Aber man muss es ihr anrechnen, sie ist mutig. Schon alleine der Gedanke lange Haare abschneiden zu lassen, für so ein Projekt, lässt ihre Mitstreiterinnen schon leicht gruseln. Klar hat Natalie es nicht leicht, doch sie findet schnell Anschluss und dann gerät sie auch noch ins Fadenkreuz von DEM Mädchenschwarm schlecht weg.

Die Story ist schon spannend, da es immer Momente gibt, in denen Natalie oder Nat auffliegen kann, aber leicht vorhersehbar.  Die Charaktere sind einfach gestrickt, man erkennt bei den Hauptakteuren eine Weiterentwicklung. So erfährt Natalie zB. das Vorurteile ungerecht sind und Schminken nicht alles ist. So manche Situationskomik lässt einen schmunzeln, so dass man sich zügig durchs (in meinem Fall) ebook liest. Allerdings fand ich es auch teilweise sehr unrealistisch oder besser zuviel des Guten. Tut dem zwar kein Abbruch, war nur etwas störend. So ganz überzeugend war es nicht, eher nette Lektüre.

Fazit: Ein Girlie-Buch, dass auch mal zum Denken anregen kann. Allerdings mit einem ansprechenden Cover ;)

(2/5)

erhältlich zB. als Kindle Edition

 

Seemannsbraut: Eine 40000 Kilometer lange Liebesgeschichte – Nancy Krahlisch

Worum geht´s?

Nancy lernt ihren Traummann kennen, Heribert. So altbacken wie der Name klingt, ist er gar nicht. Und schwupp ist sie verliebt. Allerdings ist ja nie im Leben etwas perfekt. Der Haken an der Sache ist, Heribert will Seemann werden, daher ist er Nautik-Student. Ihre junge Liebe wird auf eine harte Probe gestellt.

 

Meine bescheidene Meinung:

Nancy hat eigentlich gar keine Zeit und Interesse an Männern, schließlich studiert sie ja und überhaupt. Doch wie der Zufall es so möchte, geht nicht gibt´s nicht. Sie lernt Heribert kennen, seines Zeichens Nautik-Student und ihr Traummann. Alles entwickelt sich super, bis Heribert sein Praxissemester antritt. Sechs Monate voneinander getrennt sein, ein Ding der Unmöglichkeit. Und doch klappt es seit über 10 Jahren.

Nancy erzählt in ihren Anekdoten was es heißt eine Seemannsbraut zu sein. Mal lustig, mal traurig. Emotional, sachlich und herzlich. Nancy führt während Heriberts Reisen ein Fast-Single-Dasein, da kümmert man sich um Freundschaften, kann wieder so essen, wie man möchte und muss leider alleine zu verschiedenen Hochzeiten. Eine ihrer ersten Taten ist es Heribert wegzuputzen, sprich “alles” zu entfernen, was sie sofort wieder an ihn erinnert. Im ersten Augenblick befremdend, aber beim zweiten kann ich sie verstehen.  Während dessen verliert Heribert seine im “Urlaub” angefutterten Kilos wieder an Bord, da so ein Seemannsleben auch nicht unbedingt ein Zuckerschlecken ist.

Wir begleiten die beiden ein paar Jahre lang, begleitet vom Trennungsschmerz, Briefkontakt, Eigenwilligkeiten einiger Kapitäne und auch Nancy´s Mitfahrten. :)

Auf der einen Seite wird die Schwierigkeit dieser Beziehung dargestellt, auf der anderen Seite auch die “Romantik” der heutigen Seefahrt. Für beides benötigt man Individualisten. Ich persönlich bin begeistert von beiden. Das sie es schaffen ihre Beziehung unter den doch etwas anderen Umständen am Leben zu erhalten. Sehr lebendig. :)

Ich fand es sehr interessant was eine wahre Liebe alles aushalten kann. Nancy hat ein einfachen aber unbeschreiblichen lockeren Schreibstil, man fühlt mit ihr, möchte zwischendurch ein Taschentuch oder eine Schulter reichen, sie aber auch mal durchschütteln, doch das haben ihre Freunde ja schon alles gemacht. Sie beschreibt Höhen und Tiefen, Freude und Trauer, Lachen und Weinen.

Das die Beiden zueinander gehören wird auch in jeder Zeile sichtbar, nicht zu schnulzig, nicht zu überladen, eine Verbundenheit, die man spürt und Ihnen auch weiterhin wünscht.

Fazit:

Eine bewegende Geschichte an die Macht der Liebe. Sie verbindet und hält zusammen, auch wenn man tausende Kilometer getrennt ist. Vorausgesetzt man will es auch. Und nichts ist einfach, aber man kann es sich auch noch schwerer machen. ;)

(5/5)

Seemannsbraut – Nancy Krahlisch / 03.02.12 / Knaur HC / ISBN  978-3426655122 / Broschiert erhältlich zB bei amazon

 

Holunderküsschen – Martina Gercke

Julia steckt mitten in den Hochzeitsvorbereitungen, als sie ihren Verlobten Johann im Bett mit einer Kollegin erwischt. Julia ist am Boden zerstört, schmeisst Job und Verlobung hin und flüchtet von Freiburg nach Hamburg zu ihrer Freundin Katja. Auf dem Weg dorthin lernt sie Benni kennen, dem sie sturzbetrunken all ihre kleinen und großen Geheimnisse anvertraut, während sie sich ein Abteil im Schlafwagen teilen. Am nächsten Morgen in Hamburg sind nicht nur ihre Erinnerungen weg, sondern auch Benni! 
Ein Neuanfang muss her! Zu dumm nur, dass ausgerechnet Benni erneut in ihr Leben platzt und sich an alles erinnern kann. Ein Katz und Maus Spiel beginnt. Als dann noch Johann auftaucht, scheint die Katastrophe unausweichlich …

Meine Meinung:

Julia ist mit dem Verlegerssohn Johann verlobt. Ihr Job ist dadurch natürlich “krisensicher”. Hochzeitsvorbereitungen laufen. Doch dann erwischt sie Johann mit einer verhassten Kollegin inflagranti. Flucht ist ihr einziger Gedanke. Auf den Weg zu ihrem Zufluchtsort – ihre Freundin Katja in Hamburg – lernt sie im Zug Benni kennen. Beide teilen sie ein Abteil im Schlafwagen. Julia –  mittlerweile schon gut angeschickt – bekommt nur noch die Hälfte mit. Morgens aufgewacht wird ihre Nacht allerdings zum Alptraum. Sie kann sich an nichts erinnern, befürchtet das Schlimmste, denn Benni ist auch weg. Aber man sieht sich immer zweimal im Leben oder mehrmals? Julia orientiert sich komplett neu, baut sich mit Hilfe von Katja ein neues Leben in Hamburg auf. Ein Job bei einem Reisemagazin birgt für Sie so einige Überraschungen. Und wären da nicht noch ihre Eltern und Johann, die sie überreden wollen, den Unsinn sein zu lassen und nach Hause zu kommen, dann wäre ihr Leben beinahe perfekt.

Julia durchlebt Höhen und Tiefen, rennt von einem Fettnäpfchen ins nächste und bleibt liebevoll chaotisch, allerdings auch von Missverständnissen geprägt. Versuchen ihre Eltern ihr ein Missverständnis einzureden, bastelt sie sich auf der Baustelle mit Benni selber welche, dass kann fürchterlich nervig wirken, bzw. naiv. Ehrlich gesagt war genau  das auch schon das Problem. Es nervte mich ohne Ende wie Julia von himmelhochjauchzend zu erdentiefbetrübt innerhalb von Sekunden immer hin und her jagte. Ja, es mag mal witzig sein von einem Fettnäpfchen ins andere geraten, doch alles nach Schema F und andauernd, och nö. Nur tollpatschig und oberflächlich. Kaum hat sie was erreicht, brilliert sie auch wieder mit Unwissenheit und/oder Schüchternheit und der Erfolg ist hin.  Das ist zuviel des Guten. Auch der Wechsel vom naiven Weibchen zum abgeklärten “Biest” kommt nicht gerade prickelnd rüber. Amüsant ist für mich was anderes.

Trotz inhaltlicher “Probleme” ist der Schreibstil flüssig.Leicht und zügig fliegt man durch Julias Gefühlswelt. Allerdings kann man nicht gerade vom Weiterentwickeln der Charaktere sprechen. Sorry, aber meins war es nicht.

Fazit:

Für Liebhaber von ChickLit  ein kleines zwischendurch Amüsement.

(2/5)

Amazon / kindle ebook edition / ASIN B0062JGNH2 / 2,99€

 

 


 

Der Tag, an dem Marilyn starb – Donna Milner

Ist es Zufall, dass Lucy Coulter am selben Tag stirbt wie Marilyn Monroe? Der 5. August 1962 jedenfalls ist für ihre Familie ein tragischer Tag. Warum musste die junge Frau auf so mysteriöse Weise ums Leben kommen? Doch ihr Tod zwingt ihren Mann Howard auch, sich endlich der Antwort auf eine Frage zu stellen: Warum hat er ihr all die Jahre nie die Wahrheit über seine Vergangenheit gesagt? (Kurzbeschreibung)

Meine Meinung:

Schmerz. Trauer. Probleme. Vergangenheit. Hilfe. Unverständnis. Alkohol. Einsamkeit.  Von allem etwas.

Ethie (eigentlich nach einer Fernsehsendung Ethel benannt) erzählt ihre Familiengeschichte. Ausgehend vom Tod ihrer Mutter beschreibt sie den Verlust und wie der Rest der Familie  es ohne sie schaffen muß. In Rückblicken erzählt sie die Geschichte ihrer Eltern bzw. ihres Vaters. Kennengelernt haben sich Howard und Lucy schon in der Schule, zusammen mit Gordon, Howards bester Freund. Sie heiraten, doch ihre Ehe wird schnell unterbrochen und das Zeitgeschehen holt sie ein. Die Briten haben kanadische Soldaten zur Unterstützung angefordert, . Howard und Gordon melden sich freiwillig, unwissend welche Hölle auf sie niederprasseln wird, nach einer kurzen Einweisung und ohne Material geht es nach Hongkong. In seiner Abwesenheit wird der erste Sohn Frankie geboren. Allein dieser Gedanke lässt Howard die spätere Hölle überleben. Den der zweite Weltkrieg macht auch vor Hongkong, den Briten und Kanadiern kein Halt. Über seine Erlebnisse dort kann er nach seiner Rückkehr kaum sprechen, selbst mit seiner geliebten Frau nicht. Der Alkohol ist der einzige Freund. Zwei weitere Kinder kommen zur Welt, Ethie und Christopfer. Christopfer leidet am Down-Syndrom. Lucy meistert diese Klippen größtenteils alleine, glaubt weiterhin an Howard und doch bricht eines Tages ihre Welt zusammen aufgrund eines Mißverständnisses. Am nächsten Tag ist sie tot. Für alle unvorstellbar und eine zweite Hölle öffnet sich vor Howard…

Donna Milner hat es mal wieder geschafft, mich mit ihrem Buch zu fesseln. Ihr Schreibstil kann man mit ruhig, kraftvoll, harmonisch und rund beschreiben. Genau richtig für ein Familienepos. Während man auf der einen Seite die zarte Ethie mit ihrer Sicht der Dinge hat, wird man zwischendurch mit der brutalen Wirklichkeit des Krieges konfrontiert, wobei mir die Position Kanadas trotz Geschichte-LKs damals – ähem – nicht so bewußt war. Gerade durch diese Unterbrechungen und diesen Zwiespalt an Gefühlen driftet es nicht in Richtung Kitsch ab. Hin und wieder ein kleiner Ausrutscher, der sich wieder schnell fängt. Sie schafft es eine interessante Stimmung zu schaffen, eine Stimmung, in der man eigentlich jedem helfen möchte. Den jeder ihrer Charaktere hat auf seine Art und Weise sein Laster zu tragen, der eine schafft es, der andere tut sich verdammt schwer damit. Aber jeden schließt man für sich ins Herz. Sie beschreibt sie so, dass man das Kopfkino schon längst läuft. Es ist alles stimmig, mit Liebe zum Detail.

Der einzige Wermutstropfen ist der Titel. Denn das Buch hat mit Marilyn Monroe oder einem Krimi überhaupt nichts zu tun. Lucy ist am gleichen Tag gestorben, das war es auch schon, also was man sich dabei gedacht hat, kann ich mir nicht erklären.

Wie auch schon in ihrem Debüt “River” (welches ich auch nur empfehlen kann, Rezension folgt), zeigt Donna Milner mal wieder die Schwäche des Verschweigens von Geheimnissen auf. Wie Aufgestautes zu einer Katastrophe führen kann, weil man es nicht schafft darüber zu reden. Sozusagen aus einer Mücke ein Elefant wird.

Fazit:

Ein bewegendes emotionales Familiendrama, welches sich durch liebevolle Charaktere auszeichnet und einen zum Nachdenken anregt. Auf jeden Fall empfehlenswert.

(5/5)

Piper ebooks / 03.10.2010 / kindle edition / ASIN B004YZIWP2 / 8,49 €

Fang des Tages – Kristan Higgins

Maggie ist dreißig, chaotisch und Single. In einer typischen Ostküsten-Kleinstadt wahrlich kein Vergnügen! Das letzte Mal, dass sie den Mann ihrer Träume gefunden zu haben glaubte, hatte sie sich ausgerechnet in den neuen Priester von Gideon’s Cove verguckt – und die halbe Stadt mit ihrer Schwärmerei amüsiert. Die Lage ist ernst und Maggie allmählich verzweifelt. Bis ihr suchender Single-Blick auf Matthew Malone fällt. Augen so blau wie das Meer – der Fang des Tages? Oder angelt Maggie wieder einmal treffsicher nach dem falschen Traumprinzen? 

Meine Meinung:

Maggie ist bezaubernd, aber leider Single und verzweifelt auf der Suche nach Mister Right. Da dachte sie schon sie hätte ihn gefunden, stellt sich doch Mr BeinahePerfekt als neuer Priester der Gemeinde vor. Natürlich blamiert sich Maggie auf ihre Art und Weise. Sozusagen ist sie das schwarze Schaf der Familie, schließlich führt sie auch noch das “Bistro” ihres Opas weiter, erfolgreich, aber von der Mutter unerwünscht. So treffen ihre Liebesprobleme mit den familiären Problemen immer wieder aufeinander und dann ist da noch dieser Malone, aus dem sie erst recht nicht schlau wird….

Vorneweg es ist ein leichtes fluffiges Buch, kann man in einem Haps gut konsumieren. Es wäre sogar ein richtig schönes Buch über die Liebe, Freundschaft und Sehnsüchte, wenn da nicht, ja, wenn da nicht Maggie in dieser Form wäre. Mit jedem Buch springt ja auch gleich ein Kopfkino an, mal schön, mal weniger. Bei der Beschreibung von Maggie hatte ich eher so an Meg Ryan gedacht, schön chaotisch, aber total liebenswert. Geworden ist es dann doch Goldie Hawn, schön chaotisch, total liebenswert, aber etwas nervig. Maggie weiß nicht was sie so richtig will, außer natürlich endlich den Mann fürs Leben finden. Sie engagiert sich überaus fleißig in dem Kirchenkreis des Dörfchens – nur weil der Pfarrer die absolute Sahneschnitte ist. Ist mit Herzblut bei ihrem Bistro, damit kann sie ja ihre Mutter ärgern. Ist für jeden Tratsch zu haben und tritt von einem Fettnäpfchen ins andere. Etwas weniger wäre mehr gewesen. 

Siehnt man von dieser Kleinigkeit ab, dann erhält man einen spritzigen Roman, der einen doch mal zum Lächeln bringt. Ein Roman, der Lust auf den Sommer macht, Lust auf die Liebe und überhaupt einen recht zufrieden hinterlässt. Die weitere Story ist zwar vorhersehbar, doch der Weg zum Ziel ist voller Tücken.

Fazit:

Ein Roman wie eine Sommerbrise. Frisch, angenehm und herzerwärmend mitsamt kleinen Mängel.

(3.5/5)

CORA Verlag GmbH & Co. KG / 29.06.2011 / kindle edition ( 385 Seiten) / ASIN B00525YOAK  / 7,49 €

Das Fitnessprojekt – wie ich (fast) jeden Scheiß ausprobierte, um in Form zu kommen – Alexandra Reinwarth

Alexandra Reinwarth ist Mitte dreißig, arbeitet viel, feiert gerne, raucht und treibt kaum Sport. Aber jetzt ist Schluss mit der Schluderei: sie hat einen Plan. Eine Methode muss her, mit der sie knackiger, gesünder, fitter und insgesamt mehr Yogurette statt Snickers wird. Dazu probiert sie (fast) alles aus, was der Fitnessmarkt hergibt und schreckt auch vor Grenzerfahrungen wie Reizstrom und der Pole-Stange nicht zurück. Im Laufe von vielen blauen Flecken und einigen legendären Muskelkatern macht sie uns mit möglichen und unmöglichen, klassischen und modernen Sportarten bekannt.Eine kurzweilige Lektüre für alle, die noch keine oder bald eine aktive Beziehung zum Sport haben oder einfach gerne „mehr Yogurette und weniger Snickers“ wären.

Meine Meinung:

Wer Frau Reinwarths andere Projekte (Glücksprojekt & Miss Sex) kennt, weiß genau was ihn hier erwartet. Mit frischen Elan, ein großer Portion Humor und ernsthaften Auskünften geht es den “Speck” an den Kragen. Da ich mich schon königlich mit ihr amüsiert habe, mußte ich hier natürlich auch zuschlagen. Und wurde nicht enttäuscht.

Die eingehende Bestandsaufnahme zeigte den Wunsch auf  ”mehr Yogurette als Snickers” zu sein, doch wie? Es gibt soviele Sportarten, welche ist die Richtige? Da muß man natürlich probieren, so kommt es wie es kommen muß. Die Schlabberjogginghose erlebt ihr Revival als Sporthose und von der Freundin werden sich Turnschuhe ausgeliehen. So ausgestattet kann es los gehen.

Ausprobiert wird eine bunte Vielfalt von Sportmöglichkeiten, so zB.

  • Reizstrom
  • Outdoor-Circuit
  • Personal Trainer
  • Zumba
  • Yoga

Jede Art wird unter ihre Lupe genommen. Welche Vorurteile evtl. vorliegen, persönliche Erfahrungen und zu guter Letzt ein ernsthaftes Resümee für wen, warum, wie teuer. All umfassend Infos über so manche Sportart, von der ich noch nie gehört hatte.

Wie auch schon bei den anderen Projekten gefällt mir besonders der lässige Schreibstil, der Selbsthumor und die gute Recherche. So dass auf ihre frische und freche Art kaum eine Frage offen bleibt. Man lacht, man leidet und vor allem fiebert man auf jedes Mal auf´s Neue mit ihr. Ihre ansprechende Art kann ansteckend sein. Für mich persönlich konnte ich aus jedem Projekt etwas mitnehmen, hier ist es allemal die Erkenntnis, dass so einige Sportarten einfach für mich nichts wären. Danke dafür! So erspar ich mir zB. den Zumba-Kurs, während Yoga immer interessanter wird. ;)

PS. Ein Highlight sind auch wieder ihre Strichzeichnungen, um manche Pose/Haltung zu erklären.

Fazit:

Für jeden Sportbegeisterten oder für jeden, der es werden möchte eine interessante und vor allem amüsante Erfahrungssammlung.

(4.5/5)

mvg Verlag / 10.02.2012 / ebook Kindle edition / ASIN B0075DIBD8 /11,99 €

Playing with the Grown-Ups – Sophie Dahl

 For Kitty, growing up at Hay House amongst bluebell woods and doting relations is heaven. But for her mother, the restless Marina, a silver-eyed beauty who paints and weeps with alacrity, this comfortable domesticity cannot provide the novelty and excitement she craves.

Swami-ji, Marina´s guru, sees her future in New York, and so the family is scopped up and relocated, leaving Kitty exiled in a colorless boarding school. Reprieve comes in the form of Guru´s summons to the ashram; but then, just as Kitty is approaching enlightenment, they are off again, leaving for an England that is now fast and unfamiliar. This time no god, man or Martini can staunch Marina´s hunger for a happiness that proves all too elusive. And Kitty, turning fifteen, must choose: wether to play dangerous games with the Grown-ups or begin to put herself first. (Klappentext)

Meine Meinung:

Kitty hat es nicht leicht. Ihre Mutter Marian ist nicht nur Künstlerin, sondern verliert sich selbst in ihrem Leben. Alles muß sich mit Spaß, Hingabe und Extremen definieren lassen. Bis dato lebte die Familie glücklich mit den Großeltern in Hay House. Nicht nur dass es Kitty schwer fällt ohne richtigen Vater groß zu werden hat sie noch zwei jüngere Halbgeschwister, Zwillinge. Und so kommt es wie es kommen muß. Die Familie wird aus ihren Wurzeln gerissen. Kitty wird die Boarding School besuchen, während ihre Mutter und die Geschwister nach New York ziehen, da es so besser ist, gemäß dem Guru. Zurück bleiben eine glückliche Kindheit gepaart mit den Großeltern.

Kitty lernen wir als schwangere Erwachsenen kennen, die tatsächlich wieder in Amerika wohnt und zurück zu ihrer Familie muß, da es ihrer Mutter nicht gut geht. In Rückblicken – gemeinsam mit ihren beiden jüngeren Geschwistern – erzählt sie dem Leser ihre Jugend. Eine Jugend, die vieles aussagt. Der Wunsch geliebt zu werden, der Wunsch nach Bodenständigkeit, der Wunsch zu rebellieren, der Wunsch es allen recht zu machen. So dass es nicht verwundert, wenn Kitty ihre ersten Party- und Drogenexperimente schon in jungen Jahren macht. Sophie Dahl zeigt aber auch die gespaltenen Reaktionen ihrer Mutter ein, von “Wie kannst Du nur?” bis “naja”. Manchmal möchte Marina “normal” sein, doch sie steht sich selbst immer wieder im Weg, was einen nicht verwundert.

Nicht nur Kitty´s Jugend ist von Extremen beherrscht, nein, selbst die Charaktere sind exzentrisch. Mir persönlich fehlte bei allem etwas Ruhe oder Normalität, aber hier ist wirklich alles extrem. Da verwundert so einige Handlungen oder Reaktionen darauf nicht. Von daher konnte man sich einiges schon denken, doch nicht in allen Facetten. Ich weiß nicht mehr wer mir mehr leid tat, Kitty, die um eine “normale” Jugend gebracht wurde oder ihre Mutter, die irgendwie die Kindheit und Jugend ihrer Kinder nicht mitbekommt. Da kann man nicht mehr von einem Jugendbuch sprechen, als solches wurde es ja auch nicht konzipiert. Anstatt rosa – wie das schöne Cover vermittelt – wird es ganz schön düster.

Sophie Dahl ist ein Debüt-Roman gelungen, der zum Nachdenken anregt und zeigt auf, dass es man eh nicht allen recht machen kann, egal welche Rolle man inne hat.

Fazit:

Eine Jugend, die von Extremen geprägt ist.

(3.5/5)

Bloomsbury Publishing / Oktober 2007 / 304 Seiten / ISBN 978-0747577775 / gelesen Hard Cover / Sprache English

 

{Rezension} Gruppen-Ex – Steffi von Wolff

gruppenex Sanni glaubt, die große Liebe gefunden zu haben: Ihr Mann Mark trägt sie auf Händen. Doch als sie von einem Didgeridoo-Kurs in Australien zurückkommt, ist ihre Wohnung verkauft und ihr Konto geplündert. Sanni ist jedoch nicht die Einzige, die von Mark ausgenommen wurde – ein schwindelerregender Rachefeldzug beginnt..

Meine Meinung:

Sanni Prinz, Erbin der Würmelinger Wurstwarenfabrik, hat mit Mark Prinz den großen Fang gemacht. So war ihr bisheriger Gedanke. Als sie nach einem dreimonatigen Australienaufenthalt wieder kommt, steht sie vor dem Nichts. Ihre Wohnung wurde möbiliert verkauft, ihre sechs Konten leer geräumt und von Mark keine Spur. In ihrer Not sucht sie eine Stelle zum Übernachten und ihr Abenteuer geht erst richtig los, denn sie wird von der Sicherheitsbeamtin in Gewahrsam genommen, zu ihr nach Hause, schließlich beherbergt diese  schon fünf weitere Herr und Frau Prinz. Alle reich geerbt, alle smart verheiratet, alle ruiniert. Sanni ist die erste, welche die Zügel in die Hand nimmt und etwas dagegen unternehmen will.

Steffi von Wolff schreibt in ihrem unverwechselbaren Stil: amüsant, schräg und leicht ironisch. So sind die kleinen Lacher schon vorprogrammiert. Allein die teilweise sehr skurrilen Charaktere, die aufeinander prallen, bewegen die Mundwinkel extrem in die Höhe, z.B. der Polizeibeamte, dem Sanni ihr Problem anvertraut, der seit zwanzig Jahren nicht gelernt hat seinen Computer zu bedienen. Es macht einfach Spaß, aber genauso nerven auch Charaktere, z.B. Titus, das kleine Powernervenpaket, er beherrschte sofort meine komplette Antipathie, auch seine sehr alternativ erziehende Mutter schafft es einen zu stressen.

Die Handlung ist eigentlich schnell erzählt, geschmückt durch eben genannte Charaktere, wird sie etwas in die Länge gezogen, doch das tut der Geschichte keinen Abbruch. Flüssig und schnell lässt sie sich trotzdem lesen, amüsant ist es auf jeden Fall. Allerdings gestehe ich, dass es mich doch im Großen und Ganzen nervte, da die Quengelabteilung (Titus und Co.) doch überhand nahm. Vor allem darf man ein nicht tun, dieses Buch mit anderen von Frau von Wolff vergleichen.

Fazit:

Wer Chick Lit mag, ist hier richtig, etwas Herzschmerz, Witz und Charme erheitern einen verregneten Tag, wenn man sich nicht an quengeligen Charakteren stört.

(2.5/5)

Fischer TB / 02.06.2009 / 352 Seiten / ISBN 978-3596171613 / ca. 8,99€

{Rezension} Das Lächeln des Himmels – Ben Bennett

daslächelndeshimmels Klappentext:  Beim nächsten Schnee wirst du deine große Liebe treffen. Ein wunderbares Versprechen, das Harvey nur noch einsamer macht. Denn der junge Professor aus Los Angeles hat seine große Liebe bereits getroffen – aber Liv ist schon lange tot. Doch dann, an Heiligabend, fallen weiche weiße Flocken vom Himmel und Hannah tritt in sein Leben. Hannah, die Liv bis aufs Haar gleicht …

Meine Meinung:

Harvey hatte das Glück sehr jung seine große Liebe des Lebens kennenzulernen, allerdings dauerte dies Glück nicht lange, Liv verstarb früh. Zwanzig Jahre später ist Harvey, auch Shakespeare genannt, immer noch nicht über den Verlust hinweg. Er bringt weiterhin frische Blumen an ihr “Grab”, redet mit ihr und vergleicht alles mit Ihr. Was würde Liv hierzu sagen, was dazu. Doch sein Lieblingsrestaurant, ein China-Restaurant, hat ihm prophezeit, dass er eine neue Liebe kennen lernen wird, wenn es denn schneit. In Los Angeles jetzt nicht gerade alltäglich. Daher verzweifelt er, hatten die Glückskeksbotschaften doch bis dato recht. Wie das Schicksal es so will, schneit es allerdings am Heilig Abend und er lernt Hannah, fast eine Reinkarnation von Liv, kennen. Sie ist zwanzig Jahre jünger als er, fühlt sich aber auch zu ihm hingezogen, so wie er fasziniert ist von ihr. Es bahnt sich was an….

Ein Thema mit dem man eigentlich nichts großartig falsch machen kann, es sei denn der Protangonist ertrinkt in einem Ozean an Selbstmitleid. Was man deutlich merkte war nicht die Trauer um Liv, sondern eher die Wut nicht mit gestorben zu sein. Alles dreht sich in seinem Leben um DEN Verlust. Es wird an Dingen festgehalten, die schon gar nicht mehr existieren. Ja, dies Phänomen gibt es und ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es schwer fällt los zu lassen, doch irgendwann muss man es, meines Erachtens hier viel zu spät. Was mir auch mißfiel, war die Wahl Hannahs als sagen wir mal Reinkarnation von Liv, Sie gleicht ihr bis aufs Haar, die Bewegungen sind sehr ähnlich, die Einstellung und man könnte glatt meinen, es wäre sein Kind. Das ist Hannah ja nicht, und doch ist die Auflösung etwas ärgerlich für mich. So plump und naiv.

Auch hätte ich erwartet, dass es irgendwie eine Wendung in der Geschichte gibt, oder die Charaktere sich mal weiterentwickeln bzw. an Tiefe gewinnen, nein, das sollte alles nicht sein. Sehr schade!

Nun ja, falls man nicht gerade wieder das Buch aus der Hand legt, weil Harvey in Selbstmitleid ertrinkt, lässt es sich flüssig lesen. Großes Kino wird allerdings nicht geboten. Eher mittelmäßige Kost.

Fazit:

Wer gerne HerzSchmerz liest und viel Schicksal bzw. Zufälle glaubt, der ist hier richtig. Wer eine schlüssige tiefgründige Handlung erwartet, der sollte sich lieber für was anderes entscheiden. Sorry.

(2/5)

Bastei Lübbe / 24.04.2010 / 240 Seiten /  ISBN 978-3404164592 / 7,99€ /