Wie man sich plötzlich in einer Wolke wiederfindet …

Unerwartet kommt oft oder wie war das? Letzten Samstag hatten wir uns auf Erlebnistour begeben. Endlich mal ins Baskenland, Pays Basques. Tolles Stück Erde! Sehenswert! Total anderer Baustil als noch 100 km zuvor am Meer. Was auch sonst, schließlich waren wir in den Anfängen der Pyrenäen. Rauf-Runter-Wendig. Unser Ziel war der Col de St. Ignace. Spätestens bei der Auffahrt kamen wir uns eher als Begleitwagen einer Tour-de-France-Etappe vor. Soviel Radrennfahrer hab ich schon lange nicht mehr gesehen. Quälten Stählten sich den Berg hinauf, um wieder runter zu düsen und den nächsten zu erklimmen. Wow!
Weiter rauf schlängeln, Parkplatz beim dritten Kreiseln finden und endlich ein Billet kaufen. Für Petit Train de La Rhune, unser Ausflugsziel. Mit der Zahnradbahn auf 905m fahren, um La Rhune – das baskische Wahrzeichen – zu besichtigen. Yeah!
Schon die Hinfahrt war sehr eindrucksvoll. In offen Waggons und mit zwei Zügen ging es rauf. Beim Anblick der Kleidung der Mitfahrenden kam ich mir schon vor als wäre ich ein Yeti, lange Stoffhose, feste Sneakers, dickeres Jerseyoberteil und natürlich ein Tuch. Die anderen waren so auf Hochsommer gestylt. Miniröckchen oder Shorts , dünnes schickes Blüschen oder T-Shirt und hübsche Absatzsandälchen oder dünne Ballerina. Verstehen?! Aber ich sollte noch neidische Blicke auf “warme” Kleidung ernten. :) Aber zurück zur Aussicht. Auf der einen Seite sah man die Täler kleiner und die Berge größer werden, auf der anderen Seite eher andersrum, die Berge kleiner und dafür den Atlantik und den tollen Sandstrand vor der Tür. Hach!
Oben angekommen war es schon abzusehen, dass es nicht so prickelnd bleibt mit der Aussicht. Erst hier ein Zuckerwättchen, dann da und hier ein größeres Flauschbonbon  und da auch. Die Vorhut kam schon mal. Der Rest zog nach.
Dafür konnten wir uns nicht entscheiden, ob wir gerade in Frankreich oder Spanien stehen, denn die Station liegt genau auf beiden Ländern im Grenzgebiet.
Erstmal weiter erkunden. Wildpferde entdeckt. Manche ließen sich streicheln, andere zogen ein nur “Anschauen” vor. Doch sehr zahm und wild zugleich. Mit Bergziegen hätte ich ja gerechnet, aber Pferde eher nicht. Die waren natürlich für alle ein Hingucker. Mit Fohlen in der Familie um so mehr. Weiter ging´s. Zu dem Ende, wo die meisten Wanderer hoch kommen, denn man kann auch selber rauflaufen und sich die 11€ (nur eine Fahrt) bzw. 15€ (Hin-und-Rückfahrt) sparen. Dort unsere Minisalamis verspeist.
Nächste Ziel anvisiert und da kam die Orientierungslosigkeit ein bißchen durch. Während man vorher nur an der Station selbst sich immer eine Wolkenwand aufbauen sah, so war man auf einmal mittendrin im Geschehen. Nicht nur über den Wolken, nein, mittendrin. Sicht sehr getrübt. Temperatursturz um gefühlte 5°C. Schnell das Tuch von der Tasche abgemacht und um den Hals gelegt – iiiiih, war das klamm. Gerade noch ein Sonnenschutz und schon ein Waschlappen. Alles war klamm. Mit einer Nieselschicht überzogen. Nur ohne Regen. Wolke pur!
Der Großteil der Besucher wollte JETZT sofort wieder runter. Aber 1.) und genau 2.). Es kommt anders und als man denkt. MITTAGSPAUSE! Knapp ´ne Stunde Wartezeit war angesagt. Wir sind dann auch ins Wartehäuschen, denn draußen wurde es richtig ungemütlich mit auffrischenden Wind. Klar hätte man sich jetzt ins Restaurant reinsetzen können, aber nee, das wollten wir auch nicht.
Die Rückfahrt war auch beeindruckend. Durch die Wolken wieder runter zahnzuradeln in ein Landschaft, die leicht gespenstisch eingehaucht ist, sehr atmosphärisch.
Alles in allem, ein grandioser Eindruck von einem schönen Stück Land und einer tollen Zahnradbahn. Wenn ihr mal in der Nähe seid, nehmt Euch die Zeit und verpasst dieses Ereignis nicht! Es lohnt sich allemal! Muß ja nicht jeder in einer Wolkenfront stehen, aber die Aussicht auf den Atlantik, die Berge und die Tierwelt sollte man genießen! Wirklich!
Zum Unterstreichen des Ganzen ein paar Fotos: